Die Sozialdemokraten kommen dem ARD-Deutschlandtrend zufolge nur noch auf 20 Prozent. Das ist die geringste Zustimmung, die im seit 1997 bestehenden Deutschlandtrend je für die SPD gemessen wurde. Aus der Umfrage geht auch hervor, dass die rechtspopulistische AfD nach ihrem Bundesparteitag weiter Boden gutmacht. Die AfD gewinnt demnach einen Punkt auf 15 Prozent. Die Union unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verliert einen Punkt auf 33 Prozent. Das ist der tiefste Wert für die Union im ARD-Deutschlandtrend seit Oktober 2011. 

Auch in den persönlichen Werten geht es für SPD-Chef Gabriel bergab. Mit 38 Prozent Zustimmung erreicht der Anwärter auf die SPD-Kanzlerkandidatur 2017 den schlechtesten Wert in dieser Wahlperiode. Angeführt wird die Liste der beliebtesten Politiker von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 70 Prozent Zustimmung, gefolgt von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, 60 Prozent) und Merkel (55 Prozent).

Im Bundestag hätte demnach außer der großen Koalition aus Unionsparteien und SPD kein anderes Zweierbündnis eine Mehrheit. Die Grünen kämen der Umfrage zufolge unverändert auf 13 Prozent, während die nicht im Bundestag vertretene FDP einen Punkt auf sechs Prozent verliert. Die Linke käme auf acht Prozent.

TTIP immer unbeliebter

Die Mehrheit der Deutschen betrachtet das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA einer Umfrage zufolge negativ. Im ARD-Deutschlandtrend sagten 70 Prozent der Befragten, das Abkommen bringe für Deutschland überwiegend Nachteile. 17 Prozent waren der Meinung, die Vorteile von TTIP würden überwiegen, 13 Prozent gaben keine Einschätzung ab.

Vier von fünf Umfrageteilnehmern haben die Sorge, TTIP könnte den Verbraucherschutz in Deutschland schwächen. Zudem sagten 83 Prozent, die Geheimniskrämerei bei den Verhandlungen zwischen Brüssel und Washington sei die falsche Vorgehensweise. Immerhin 41 Prozent sagten aber auch, deutsche Unternehmen würden von dem Abkommen spürbar profitieren. Knapp die Hälfte der Befragten glaubt das nicht.

Die Vorbehalte gegen das geplante transatlantische Freihandelsabkommen haben in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen. Noch 2014 sahen laut Deutschlandtrend 55 Prozent vor allem Nachteile. Für knapp ein Drittel der Befragten überwogen damals noch die positiven Aspekte.

Für die Sonntagsfrage befragte Infratest dimap am 2. und 3. Mai bundesweit 1.503 Wahlberechtigte.