Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni auf den tiefsten Stand seit 1991 gesunken. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren in diesem Monat 2,614 Millionen Erwerbslose registriert, wie die Behörde mitteilte. Dies seien 50.000 weniger gewesen als im Mai und 97.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,9 Prozent.

Noch weniger Arbeitslose gab es im Juni 1991, als gut 2,4 Millionen ohne Beschäftigung waren. "Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe deutlich zugenommen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei hoch. Auch wenn man die jahreszeitlichen Schwankungen herausrechnete, ging die Arbeitslosigkeit zurück.

Saisonbereinigt verzeichnete die BA im Vergleich zum Mai 6.000 Erwerbslose weniger. Bankenvolkswirte hatten eine Abnahme um 5.000 erwartet. In Westdeutschland ging die Zahl um 2.000 zurück, im Osten um 4.000.

Die Erwerbstätigkeit sowie die Zahl der Menschen mit regulärem Job wuchsen zugleich weiter. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes vom Mai erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 45.000 auf 43,56 Millionen. Das waren 559.000 mehr als im Vorjahr.

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten erhöhte sich nach Hochrechnung der Bundesagentur von März auf April saisonbereinigt um 33.000. Mit 31,33 Millionen Personen waren das gegenüber dem Vorjahr 681.000 mehr.

Trotz geringer Arbeitslosigkeit und hoher Beschäftigungsrate suchen Unternehmen weiterhin viele neue Mitarbeiter. Die Zahl der offenen Stellen stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 93.000 auf 665.000.