Die steigende Überfischung bedroht weiterhin den Bestand vieler Fischarten. Das geht aus dem Fischereibericht der UN-Ernährungsorganisation FAO hervor. Fast ein Drittel der weltweiten Bestände sei überfischt. Zum Vergleich: Anfang der 1970er Jahre waren etwa zehn Prozent der Bestände überfischt, nun sind es mehr als 30 Prozent. Der FAO-Report untersuchte die Fischvorkommen im Jahr 2013.

Etwa 58 Prozent würden so stark befischt, dass eine Steigerung nicht mehr möglich sei, heißt es weiter. Und nur zehn Prozent der Bestände würden moderat befischt. Insgesamt stieg der weltweite Verbrauch von Fisch pro Kopf pro Jahr erstmals auf mehr als 20 Kilo – etwa doppelt so viel wie in den 1960ern. 2014 wurden weltweit 93 Millionen Tonnen Fisch gefangen. Die Exportumsätze des Sektors stiegen in diesem Jahr auf 148 Milliarden Dollar. 1976 waren es noch acht Milliarden gewesen. Der Produktionsanstieg geht vor allem auf die Aufzucht der Fische in Aquakulturen zurück. Doch auch die kontrollierte Aufzucht von Fischbeständen hat das Problem der Überfischung bislang nicht lösen können.

Besonders die Lage im Mittelmeer und im Schwarzen Meer sei alarmierend. Hier gelten fast zwei Drittel der Bestände als überfischt, vor allem die Arten Seehecht, Seezunge und Seebrasse. Dabei belege die Situation anderer Weltmeere, so die FAO, dass es eine Chance zur Verbesserung gebe. "Der Report zeigt, dass Fischfang nachhaltig  geregelt werden kann", sagte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva. Ein großes Potenzial liege in der Aquakultur. Ein positives Beispiel sei der Nordwestatlantik. Durch eine besseres Regulierung der Fanggrenzen könne der jährliche Fang auf weniger als die Hälfte des Niveaus der 1970er Jahre gesenkt werden. So hätten die Bestände einiger Fischsorten wie Flunder, Heilbutt oder Schellfisch begonnen, sich zu erholen. 

"Der Kampf gegen die Überfischung kommt in den Weltmeeren nicht an", erklärte Karoline Schacht, Fischereiexpertin der Umweltorganisation WWF. Obwohl zum Beispiel viele Thunfischbestände seit Jahren überfischt würden, seien die weltweiten Fänge auf ein Rekordhoch von 7,7 Millionen Tonnen gestiegen. "Das ist ein Anstieg um 15 Prozent in nur vier Jahren, der mit Bestandsschonung kaum vereinbar ist."