In den deutschen Großstädten steigen die Kosten für Bauland immer mehr. Besonders in Frankfurt, Berlin, Hamburg oder München wird es Jahr für Jahr teurer, ein Grundstück zu kaufen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe.

Am stärksten seien die Grundstückspreise in Berlin gestiegen – vor allem im attraktiven Stadtbereich. Im Vergleich zum Vorjahr hätten die Kosten innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings um 50 Prozent zugenommen. Auch in Frankfurt am Main zogen die Grundstückskosten an – innerhalb von zwei Jahren um 27 Prozent. In Stuttgart seien die Preise für Geschossbauten im vergangenen Jahr im Schnitt um 15 bis 20 Prozent gestiegen, in München habe sich das ohnehin schon hohe Preisniveau seit 2015 in guten Wohnlagen um 19 Prozent erhöht. Dort koste ein Quadratmeter für einen Geschossbau durchschnittlich 3.000 Euro. Auch in Hamburg hätten sich die Kosten für Bauland für Einfamilienhäuser innerhalb von einem Jahr deutlich verteuert– nämlich um 13 Prozent. 2010 hätten Grundstückskäufer dort noch die Hälfte bezahlt.

Verantwortlich für den Anstieg ist laut dem Spiegel unter anderem das Verhalten der Eigentümer. Viele würden ihre Grundstücke zurückhalten und so die Preise in die Höhe treiben. So seien im vergangenen Jahr in Berlin rund 22.000 Bauvorhaben genehmigt worden, davon hätten die Antragsteller aber nur 12.500 fertiggestellt. Rund 40 Prozent seien gar nicht realisiert worden. Berlins Baustaatssekretär, Engelbert Lütke Daldrup, sieht dem Magazin zufolge das Missverhältnis als Indiz dafür, dass Spekulanten am Werk seien. Sie kauften Grundstücke, um sie nach erteilter Baugenehmigung weitaus teurer wiederzuverkaufen. "Diese Leute wollen nicht bauen, sondern nur Handel betreiben", sagte Lütke Daldrup dem Spiegel.