Die Zahl der Arbeitslosen ist in Spanien auf den tiefsten Stand seit September 2009 gesunken. Im Juni habe die Zahl der bei den Arbeitsämtern registrierten Erwerbslosen bei knapp 3,77 Millionen gelegen, teilte das Arbeitsministerium mit. Im Vergleich zu Mai sei ein Rückgang um gut 124.000 Arbeitslose oder 3,2 Prozent verzeichnet worden. Im Zwölfmonatsvergleich sei die Arbeitslosenzahl um knapp 353.000 oder 8,57 Prozent zurückgegangen, hieß es. Das sei der prozentual stärkste Rückgang seit 1999.

Im Sommer sinkt die Arbeitslosenzahl in Spanien vor allem durch das Tourismusgeschäft. Im Dienstleistungssektor ging die Arbeitslosenzahl im Juni zu Beginn der Feriensaison um 84.000 zurück. Spanien zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen und erwartet in diesem Jahr die Rekordzahl von mehr als 68 Millionen ausländischen Touristen. Die Branche sorgt für elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts und stellt jedes Jahr zahlreiche Saisonkräfte ein. Die für ihre Strände bekannten Regionen Andalusien und Katalonien schufen im Juni die meisten Stellen.

Auch im Bausektor und in der Industrie gingen die Arbeitslosenzahlen zurück. Das Ministerium errechnete für Juni eine saisonbereinigte Abnahme um knapp 50.000 Erwerbslose.

Eine Arbeitslosenquote gibt das zuständige Ministerium in Madrid nie an. Nach Angaben der Statistikbehörde INE lag sie im ersten Quartal bei 21 Prozent. Die Arbeitslosenzahl selbst gibt INE mit 4,79 Millionen an, weil die Behörde alle Arbeitssuchenden mitrechnet und nicht nur diejenigen, die sich beim Amt gemeldet haben. Spanien hat nach Griechenland die zweithöchste Arbeitslosenrate in der Europäischen Union.