Auf dem Weg von Venedig nach Leipzig ist ein Kleinflugzeug in Slowenien abgestürzt. Unter den Opfern ist der 38 Jahre alte Chef des Leipziger Internetunternehmens Unister, Thomas Wagner, wie ein Sprecher der Firma mitteilte. Die Mitarbeiter des 2002 von Wagner gegründeten Unternehmens, das Portale wie Fluege.de und Ab-in-den-urlaub.de betreibt, seien tief bestürzt.

Neben Wagner kamen drei weitere Deutsche ums Leben, wie die slowenische Polizei in Nova Gorica erklärte. Darunter sei der 73 Jahre alte Pilot. Nähere Angaben gab es zunächst nicht. Medienberichten zufolge waren die anderen beiden Opfer 39 und 65 Jahre alt.

Eine Sprecherin des Flughafens in Leipzig bestätigte, dass auf dem Airport eine Privatmaschine für 14.45 Uhr angekündigt gewesen sei. Zu den Passagieren könne der Flughafen keine Aussagen machen, sagte sie.

Den Berichten slowenischer Medien zufolge handelte es sich bei der Maschine um eine in den USA registrierte Piper 32. Unter Berufung auf die Polizei wurde berichtet, der Pilot habe vor dem Absturz bei Predmeja im Osten des Landes Probleme wegen Vereisung gemeldet. Die Maschine sei im gebirgigen Gelände in einen Wald gerast und ausgebrannt.

Wagner hatte das Unternehmen 2002 als Student in Leipzig gegründet. Heute betreibt Unister mehr als 40 Internetseiten. Zu dem Unternehmen gehören auch die Onlinebörse Auto.de, das Nachrichtenportal News.de sowie Shopping.de oder Partnersuche.de. Für die Firma arbeiten eigenen Angaben zufolge derzeit rund 1.200 Menschen. 

In der Vergangenheit war Unister häufig kritisiert worden und musste sich auch gegenüber rechtlichen Vorwürfen verantworten. 2012 war Wagner nach einer Razzia für kurze Zeit in Untersuchungshaft gekommen. Nach einer Kautionszahlung war er wieder freigelassen worden. Zuletzt war Wagner wegen des unerlaubten Vertriebs von Versicherungen angeklagt worden. Das Landgericht Leipzig prüft die Anklage. Zum Prozess kam es bisher nicht.

Unister erklärte, man werde die Nachfolge Wagners "zeitnah" regeln und mitteilen. Die Geschäftsleitung habe bereits in einer ersten Krisensitzung am Donnerstagabend die Weichen für die Zukunft des Konzerns gestellt. "Wir können Thomas Wagner nicht kompensieren, aber wir werden sein Erbe bestmöglich im Sinne unseres Gründers fortführen", erklärte Konzernsprecher Dirk Rogl. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen von Thomas Wagner."