Finnische Arbeitnehmer sollen für ihre Bereitschaft zum Gehaltsverzicht mit Steuersenkungen belohnt werden. Außenminister Timo Soini sagte, dieses Versprechen werde nun eingelöst. Im Juni hatten sich Regierung und Gewerkschaften auf eine Arbeitsmarktreform geeinigt, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Demnach sollen die Beschäftigten länger arbeiten und höhere Beiträge zur Altersvorsorge beisteuern. Zudem werden Feiertagszuschläge gestrichen und die Löhne in diesem Jahr nicht erhöht. Die Regierung hatte Steuererleichterungen über insgesamt 515 Millionen Euro für 2017 zugesagt, wenn 90 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer der Vereinbarung zustimmen. Diese Quote wurde am Sonntag überschritten.

Die finnische Wirtschaft hat sich von der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 nicht erholt. Die Produktion liegt weiter unter Vorkrisenniveau. Das Land wurde vom Niedergang des Handyherstellers Nokia hart getroffen und leidet überdies unter der Rezession im benachbarten Russland. Auch die EU-Sanktionen gegen Moskau belasten den finnischen Handel.

Bedingungsloses Grundeinkommen wird getestet

Die finnische Regierung plant zudem ein volkswirtschaftliches Experiment. Vom kommenden Jahr an soll ein monatliches bedingungsloses Grundeinkommen von 560 Euro getestet werden. Nach Regierungsangaben soll bis zum 9. September ein Gesetzentwurf öffentlich beraten werden, dem zufolge 2.000 zufällig in der Bevölkerung ausgesuchte Testpersonen im erwerbsfähigen Alter das Grundeinkommen erhalten sollen. Ihnen werde eine ähnlich zusammengesetzte Kontrollgruppe gegenübergestellt, deren Mitglieder kein Grundeinkommen bekämen.