Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist im Sommer gleich geblieben und konnte nicht gesenkt werden. Die Arbeitslosenquote in den 19 Ländern, in denen der Euro die Währung ist, lag im August bereits den fünften Monat in Folge bei 10,1 Prozent, wie das Statistikamt der EU, Eurostat, erklärte. Dies ist zwar das niedrigste Niveau seit Juli 2011 aber das Gefälle im Währungsraum bleibt groß.

Im August waren damit in der EU 21 Millionen Menschen ohne Arbeit, in der Eurozone 16,3 Millionen. Auch wenn es keinen Einfluss auf die Arbeitslosenquoten hatte, verringerte sich die Zahl der Erwerbslosen damit in der EU im Vergleich zum Juli um 40.000 Menschen. In der Eurozone wurde dagegen ein Anstieg um 8.000 Erwerbslose verzeichnet.

Die geringste Arbeitslosigkeit unter allen EU-Mitgliedsländern verbuchten Eurostat zufolge Tschechien mit 3,9 Prozent und Deutschland mit 4,2 Prozent. An dritter Stelle steht Malta mit 4,8 Prozent. Die höchsten Quoten hatten Griechenland (23,4 Prozent nach Zahlen vom Juni) und Spanien (19,5 Prozent). Beide Länder hatten auch die höchste Jugendarbeitslosigkeit: In Griechenland hatten 47,7 Prozent der unter 25-Jährigen keine Arbeit (Zahlen für Juni), in Spanien 43,2 Prozent. EU-weit waren 4,2 Millionen junge Menschen betroffen.

Neben der im Europavergleich unveränderten Arbeitslosenquote ist die Inflation im Euro-Raum gewachsen. Im September verteuerten sich Waren und Dienstleistungen zum Vorjahr um 0,4 Prozent und damit doppelt so stark wie im August, wie das europäische Statistikamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

Die Teuerung liegt aber immer noch weit unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine höhere Inflation von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunkturentwicklung ansieht. Die EZB und deren Präsident Mario Draghi hatten den Leitzins bereits auf null gesetzt und ihr Anleihenkaufprogramm ausgeweitet, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation anzuheizen.

Dämpfend auf die Preise wirkten sich auch im September die Kosten für Energie aus, für die die Verbraucher 3,0 Prozent weniger ausgeben mussten. Klammert man Energie aus, lag die Jahresteuerung deutlich höher bei 0,8 Prozent. Im August lag dieser Wert mit 0,9 Prozent jedoch noch etwas höher.