Ob eine Stadt die Unterbringung an andere Betreiber abgibt, hängt vor allem davon ab, ob sich die eigene Verwaltung den Aufwand zutraut. Die Stadt Köln sagt beispielsweise, dass sie alle Unterkünfte selbst betreibt. Allerdings lässt sie sich von Trägern helfen – die praktisch die gleichen Aufgaben übernehmen wie andernorts die Betreiber. Ein Unterschied ist, dass in Köln die Stadt für die Beauftragung von Sicherheitsdiensten zuständig bleibt. In Berlin heißt es, dass die Stadt zu groß sei, um die Unterkünfte selbst zu betreiben. Eine solche Aufgabe lasse sich nicht zentral lösen.

Flüchtlingszahlen werden hoch bleiben

Die Unterbringung in stadteigenen Unterkünften gilt als die günstigste, weil es keinen zwischengeschalteten Akteur gibt, der Gewinn abzweigen möchte. Pro Asyl weist allerdings darauf hin, dass das nicht die beste Lösung sein muss: Wenn der Betrieb einer Flüchtlingsunterkunft in nur einer Hand liege, gäbe es keine gegenseitige Kontrolle mehr.

Bislang hat sich jede einzelne Kommune ihr eigenes Konzept der vorübergehenden Unterbringung erarbeitet. Einen systematischen Austausch der Kommunen, etwa über den deutschen Städtetag, gibt es nicht. Was sich allerdings durchgesetzt hat, ist die Ansicht, dass die Flüchtlingszahlen hoch bleiben werden. Viele Städte sind darum dazu übergegangen, selbst Wohnraum zu schaffen – in günstig errichteten Häusern oder Containerdörfern. Dort können sich Flüchtlinge selbst versorgen.

Der Markt für Flüchtlingsunterkünfte schrumpft darum schon längst wieder. Das DRK betreut statt 140.000 nur noch 30.000 Flüchtlinge. Die Kapazitäten der Hilfsorganisation sind nun wieder für Katastrophenfälle verfügbar. European Homecare bringt statt 20.000 nur noch 13.000 Menschen unter. Das Unternehmen sucht sich neue Geschäftszweige: Künftig will man den Kommunen Kindertagesstätten, Schulungen und Altenpflege anbieten.