Symbol des Protests gegen die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta: das Chlorhuhn © Reuters/Michaela Rehle

Trotz aller politischer Willensbekundungen: Das Freihandelsabkommen mit den USA steht auf der Kippe. Sigmar Gabriel, SPD-Chef und Wirtschaftsminister, hat TTIP schon für gescheitert erklärt. Ceta aber, das bereits zu Ende verhandelte Abkommen mit Kanada, will Gabriel durchsetzen.

Dem linken SPD-Flügel passt das nicht. Die Jusos und die SPD-Landesverbände von Bayern, Bremen, Schleswig-Holstein und Berlin rufen dazu auf, am Samstag in Berlin gegen TTIP und Ceta zu demonstrieren – einen Tag vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin, zwei Tage vor dem wichtigen Parteikonvent der SPD, bei dem Gabriel das Okay der Parteibasis zu Ceta bekommen will. Umweltschützer, Gewerkschaften, Landwirtschafts- und Wohlfahrtsverbände rufen ebenfalls auf die Straße. Grüne, Linke, ÖDP und Piraten unterstützen die geplante Demo. Aber auch die AfD, die NPD und völkische Gruppierungen wie die Identitären unterstützen den Protest gegen die Freihandelsabkommen.

Die beiden Abkommen haben eine öffentliche Aufmerksamkeit erreicht, die so nicht geplant war. Sie sind zum Politikum geworden. Die Verhandlungen verliefen intransparent; die Gegner der Verträge befürchten negative Folgen für Arbeitnehmer, Konsumenten und die Umwelt. Hundertausende Menschen gingen bereits gegen Sonderrechte für Unternehmen und für demokratische Teilhabe auf die Straße.

Die fürs Wochenende in Berlin geplante Demo soll ähnlich groß werden wie der damalige Protest. Besonders die Gegner von Ceta sehen sie als große Chance. Gerade in der SPD gibt es großen Widerstand gegen das Abkommen mit Kanada. Und als sogenanntes gemischtes Abkommen muss es von den nationalen Parlamenten der Europäischen Union bestätigt werden, also auch vom Bundestag. Dass Ceta wirklich kommt, ist demnach noch nicht beschlossen.

Wie unterscheiden sich die beiden Abkommen TTIP und Ceta? Was versprechen die Befürworter und wovor warnen die Gegner? Eine Übersicht: