Der Tourismus in Griechenland sorgt für Zehntausende neue Arbeitsplätze. Von den in diesem Jahr etwa 250.000 neu geschaffenen Jobs in dem von der Finanzkrise schwer betroffenen Land entfielen mehr als 210.000 (82,8 Prozent) auf den Bereich des Fremdenverkehrs, berichtete die konservative Athener Zeitung Kathimerini unter Berufung auf den griechischen Tourismusverband (Sete). 2015 waren etwa 26 Millionen Touristen nach Griechenland gereist, im laufenden Jahr rechnet der Verband mit einem plus von sechs Prozent.

Insgesamt ging die Arbeitslosigkeit in Griechenland trotz der anhaltenden schweren Finanzkrise zuletzt zurück. Im zweiten Quartal des Jahres betrug sie 23,1 Prozent. Im gleichen Vorjahreszeitraum lag sie noch bei 24,6 Prozent, im ersten Quartal 2016 bei 24,9 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit bleibt allerdings weiterhin enorm: Fast jeder zweite junge Mensch im Land hat keinen Job.

Von Januar bis August 2016 seien 753.000 Touristen mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr angekommen. Der Tourismus und die mit ihm verbundenen Unternehmen machen mittlerweile ein Viertel des Bruttoinlandproduktes (BIP) Griechenlands aus, heißt es im Bericht.

Gewinner seien vor allem Kreta (plus 10,7 Prozent), die Kykladeninseln wie Mykonos oder Naxos (plus 11 Prozent) sowie die Inseln im Ionischen Meer (plus 10,6 Prozent), zu denen beispielsweise Korfu gehört.

Dagegen ging aufgrund der Flüchtlingskrise die Zahl der Touristen stark zurück, die zu den Inseln im Osten der Ägäis fuhren. Die wichtigsten dieser Inseln, Kos und Samos, registrieren ein Minus von 15 Prozent beziehungsweise 26 Prozent. Auf Lesbos sei die Lage dramatisch: Dieses Jahr kamen bislang 60 Prozent weniger Touristen als 2015.