Findet der Abfall des Ölpreises nun ein Ende? Die wichtigsten Erdölförderländer haben sich auf eine Produktionsobergrenze geeinigt – erstmals seit acht Jahren. Laut der Übereinkunft soll die weltweite Rohölfördermenge auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag begrenzt werden, wie der Präsident der Organisation erdölexportierender Länder (Opec), Mohammed Bin Saleh al-Sada, nach stundenlangen Verhandlungen in Algeriens Hauptstadt Algier sagte. Das entspricht einer Drosselung um mindestens 750.000 Barrel am Tag. Unmittelbar nach Verkündung des Deals stieg der Ölpreis an. So legte der Preis für ein Fass der Sorte Light Sweet Crude in New York um 2,38 Dollar auf 47,05 Dollar zu.

"Das war ein sehr langes, aber historischen Treffen", sagte Saleh al-Sada, der auch Energieminister von Katar ist. Sein algerischer Amtskollege Noureddine Boutarfa sagte, die Entscheidung sei "einstimmig und ohne Vorbehalte" gefallen. Um welche Menge jedes einzelne Land seine Produktion zurückfahren wird, soll auf dem nächsten Opec-Gipfel am 30. November in Wien festgelegt werden.

Die Ölförderung der Opec-Länder macht etwa 40 Prozent des weltweiten Angebots an Rohöl aus. Seit zwei Jahren haben sie mit sehr niedrigen Ölpreisen zu kämpfen. Zu den Gründen zählten Sorgen über die schrumpfende Wirtschaft in China. Doch auch das von Saudi-Arabien verfolgte Kalkül, die konkurrierende amerikanische Schiefergasindustrie mit niedrigen Preisen aus dem Markt zu drängen, spielte eine Rolle. Doch sorgte der Preisverfall zuletzt auch im ölreichen Saudi-Arabien für spürbare wirtschaftliche Folgen.

Langjährige Streitigkeiten zwischen dem Königreich und dem Iran hatten die Hoffnung auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen getrübt. Die iranische Führung sträubte sich gegen eine Drosselung der Fördermenge, weil sie nach der Aufhebung der internationalen Sanktionen wegen seines Atomprogramms seine Ölindustrie aufbauen wollte. Nun soll der Iran nach Angaben eines algerischen Teilnehmers seine Produktion ausnahmsweise auf 3,7 Millionen Barrel pro Tag anheben dürfen. Aktuell fördert das Land laut Schätzungen rund 3,6 Millionen Barrel, angepeilt seien jedoch vier Millionen Barrel am Tag.