Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind in Deutschland einer Studie des wirtschaftsnahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge zuletzt nicht größer geworden. Demnach haben die realen Bruttoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten im untersten Einkommenszehntel zwischen 2009 und 2013 mit 6,6 Prozent Zuwachs am stärksten zugelegt. Bei den reichsten zehn Prozent lag der Zuwachs bei 2,8 Prozent.

Die stabile bis leicht sinkende Einkommensungleichheit in Deutschland sei ein in der Forschung weitgehend anerkannter Befund, sagte der IW-Direktor Michael Hüther. Die Summe aller Erwerbs- und Kapitaleinkommen nach staatlichen Abgaben und zuzüglich Renten und Sozialleistungen sind laut IW nahezu gleich oder ungleich verteilt wie im Jahr 2005.

Damit schneide Deutschland bei der Vermögensverteilung gemessen an den Nettoeinkommen sowohl im EU- als auch im OECD-Vergleich besser ab als der Durchschnitt, sagte Michael Hüther. Zwar stünde Deutschland bei der Verteilung der sogenannten Markteinkommen etwas schlechter da als der Durchschnitt, bei diesem Vergleich würden jedoch die gesetzlichen Renten nicht berücksichtigt.

Etwas ungleicher als 2010 sind indes laut Studie die Vermögen verteilt. Laut Bundesbank besitzen die vermögensreichsten zehn Prozent der Haushalte in Deutschland derzeit 59,8 Prozent des gesamten Vermögens. Das entspricht einem Anstieg vom 0,6 Prozentpunkten.