Gerade erst hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Ex-Kanzler Gerhard Schröder engagiert, um den Streit zwischen den Supermarktketten Rewe und Edeka um Kaiser's Tengelmann zu schlichten. Jetzt meldet sich mit Lidl ein neuer potenzieller Interessent. Der Discounter teilte mit, dass er derzeit die Übernahme einzelner Standorte der unrentablen Kette prüfe.

Eine Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann schien zuletzt immer wahrscheinlicher. Die Kette hatte vergangene Woche Verkaufslisten von Filialen veröffentlicht. Daraufhin änderte sich das Interesse von Lidl, wie zunächst die Heilbronner Stimme berichtete. Der Discounter hatte zuvor einen Einstieg in die Supermarktkette verworfen, weil nur die Übernahme der gesamten Kette zur Debatte stand.

Sollte der neuerliche Schlichtungsversuch allerdings erfolgreich sein, würden Lidls Pläne obsolet. Denn dann würde die gesamte Supermartkette Kaiser's Tengelmann verkauft. Einzelne Standorte wären nicht mehr zu haben. Das Schlichtungsverfahren wollte Lidl nicht kommentieren.

Kaiser's Tengelmann ist seit einiger Zeit nicht mehr rentabel. Edeka wollte den Lebensmittelhändler zunächst kaufen, doch dagegen klagten andere Konkurrenten, nämlich die Rewe-Group, Markant und Norma. Auch eine Sondererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Gabriel zur Fusion von Tengelmann und Edeka wurde nach einer Klage von Rewe gestoppt. Nachdem darauffolgende Gespräche zwischen den Unternehmen nicht erfolgreich waren, einigten sich die Beteiligten auf ein Schlichtungsverfahren unter Leitung von Altkanzler Schröder.

Inzwischen haben Markant und Norma ihre Klagen zurückgezogen. Allein die Klage von Rewe verhindert somit die Übernahme durch Edeka. Sollte Kaiser's Tengelmann zerschlagen werden, sind viele der 16.000 Arbeitsplätze bedroht.