Weiter leiden weltweit Millionen Menschen Hunger. Etwa 795 Millionen Menschen gelten laut dem Welthunger-Index (WHI) 2016 als unterernährt. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert. Ungefähr jedes vierte Kind ist von Wachstumsverzögerung betroffen und acht Prozent aller Kinder leiden unter Auszehrung.

Aber der WHI zeigt auch Fortschritte: Im Vergleich zu den Ergebnissen vom Jahr 2000 ist der diesjährige Index-Gesamtwert von 30,0 auf 21,3 und damit um 29 Prozent gefallen. Diese globalen Durchschnittswerte verschleiern dabei deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Ländern. Afrika südlich der Sahara und Südasien verzeichnen mit 30,1 und 29,0 die höchsten Werte in dem Hunger-Index.

Aus diesem Grund stufen die Organisationen die Hungersituation in den beiden Regionen als ernst ein. Im Gegensatz dazu bewegen sich die WHI-Ergebnisse für Ost- und Südostasien, den Nahen Osten und Nordafrika, Lateinamerika und die Karibik sowie Osteuropa und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten zwischen 7,8 und 12,8. Diese gelten als "mäßige" oder "niedrige" Hungerwerte. 

Zwar sei die Lage in 13 Ländern "sehr ernst", aber in keinem Land der Welt "gravierend". Das gelte allerdings nur für die Länder. In einzelnen Regionen oder für einzelne Bevölkerungsgruppen sei die Situation durchaus gefährlich. Die Gründe für Hunger sind fast immer Bürgerkriege und andere bewaffnete Konflikte, teils ließen sie sich aber auch auf den Klimawandel zurückführen.

Besonders schlecht ist die Situation in der Zentralafrikanischen Republik, dem Tschad, Sambia, Haiti, Madagaskar und dem Jemen. In Afghanistan, Sierra Leone, dem Niger und Äthiopien sind in den vergangenen Jahren zumindest Verbesserungen zu erkennen. Für 13 Länder, darunter Syrien, Libyen oder Kongo, liegen allerdings keine aktuellen Werte vor.