Zugreisende kennen diese Telefongespräche: Kaum hat man sich begrüßt, ist die Handyverbindung schon wieder weg. Dieses Problem soll es zumindest im ICE bald nicht mehr geben. "2018 wird die Telefonie kein Problem mehr sein", verspricht der Vorstandschef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube. Die Züge sollten bis dahin nach und nach neue Verstärker erhalten. "In den Zügen, die wir jetzt umgerüstet haben, ist es um den Faktor zehn besser geworden", sagte Grube. Die Leitungen seien stabil, auch wenn man mit 250 km/h durch einen Tunnel oder durch dünn besiedelte Gegenden fahre – vorausgesetzt, die Mobilfunkabdeckung stimme.

Grube bedauerte, dass die ersten Sätze eines Telefonats heute häufig noch laute: "Hallo, ich bin im Zug. Wenn die Leitung zusammenbricht, rufe ich zurück." Das dürfe im 21. Jahrhundert nicht mehr sein.

Bis Ende 2017 sollen deshalb die meisten Züge Verstärker erhalten. Diese sogenannten Repeater sind notwendig, weil die Karosserie der Züge kaum Mobilfunksignale durchlässt.

Der Bahnchef bekräftigte außerdem, bis Anfang 2017 auch die zweite Klasse im ICE mit kostenlosem WLAN auszustatten. Von einem bestimmten Volumen an werde die Geschwindigkeit aber gedrosselt. "Wenn Sie die gleiche hohe Geschwindigkeit behalten wollen, dann müssen Sie entsprechend bezahlen", sagte Grube. Beträge oder Datenmengen nannte er nicht.

Anders als im Fernverkehr, den die Bahn eigenwirtschaftlich betreibt, hängt ein WLAN-Angebot in Regionalzügen davon ab, ob die Bundesländer oder die regionalen Verkehrsverbünde es auch bestellen. Grube sagte, er sei mit Bestellern und Mobilfunkanbietern im Gespräch, um "baldmöglichst" WLAN auch in Regionalzüge zu bringen. "WLAN im Zug ist für viele Kunden mittlerweile so wichtig wie die Toilette."