Die Spitzenmanager der Supermarktketten Kaiser's Tengelmann, Edeka und Rewe brauchen mehr Zeit für ihre Verhandlungen zur Rettung der mehr als 15.000 Arbeitsplätze – und diese Zeit hat ihnen der Rewe-Konzern nun verschafft. Um die Voraussetzungen für weitere Verhandlungen zu schaffen, beantragte das Unternehmen, sein Beschwerdeverfahren gegen die Ministererlaubnis zur Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka ruhend zu stellen. Dies teilten Rewe und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit. Nun könne weiter darüber verhandelt werden, zu welchen Preisen Rewe einzelne Märkte übernehme, sagte der SPD-Politiker. "Da geht's, glaube ich, zur Sache."

Rewe erklärte, weiterhin kompromissbereit zu sein und einen von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder vermittelten Schlichterspruch umsetzen zu wollen. Endgültig zurücknehmen werde Rewe die Beschwerde gegen die Ministererlaubnis aber nur bei einer verbindlichen Einigung, die die "existenziellen Interessen" von Rewe berücksichtigten. Bisher sei das nicht gelungen, machte die Supermarktkette deutlich. "Die Verhandlungen mit Edeka über die Umsetzung der Schlichtung sind weiterhin herausfordernd mit unterschiedlichen Interessenlagen."

Rewe und Edeka verhandelten zuletzt vor allem darüber, welche Kaiser's-Tengelmann-Filialen in Berlin Edeka an Rewe weiterreichen soll und welcher Kaufpreis dafür fällig wird.