Ein Wahlsieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump könnte das deutsche Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr um etwa einen halben Prozentpunkt reduzieren. Das geht aus einer Analyse des britischen Beratungsunternehmens Oxford Economics hervor, die der ZEIT vorliegt. Die Untersuchung liegt auch der Bundesregierung vor.

Die Einschätzung beruht auf der Annahme, dass Trump seine Wahlversprechen weitgehend umsetzt. Dabei sind aus wirtschaftlicher Perspektive vor allem die umstrittenen Strafzölle auf Einfuhren aus China und Mexiko relevant. Oxford Economics zufolge würden diese Maßnahmen die Weltkonjunktur belasten und bremsen, was wiederum Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hätte. Ebenfalls negative Effekte habe die zu erwartende Verunsicherung der Finanzmärkte.

Die Hoffnung der Bundesregierung ist nach ZEIT-Informationen aber, dass Trump seine Ankündigungen nicht realisiert und stattdessen einen moderateren Kurs einschlägt, sollte er Präsident werden. Demnach würde Trump keine oder nur sehr wenige Strafzölle verhängen. In diesem Fall würden auch die Wachstumseinbußen geringer ausfallen.

In weniger als einer Woche wird in den USA ein Nachfolger für Präsident Barack Obama gewählt. Für die Demokraten tritt die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton an, für die Republikaner Donald Trump. Lange lag Clinton in Umfragen vor Trump, allerdings holte der umstrittene Immobilienunternehmer in den vergangenen Tagen wegen neuer Entwicklungen in Clintons E-Mail-Affäre auf.