Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten drei Quartalen 2016 einen Finanzüberschuss von 1,55 Milliarden Euro erzielt und damit ihren Überschuss im ersten Halbjahr fast verdreifacht. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lagen die Einnahmen der Kassen bei rund 167,65 Milliarden Euro – im Gegensatz zu Ausgaben in Höhe von 166,1 Milliarden. Damit sind die Finanzreserven der Kassen auf mehr als 16 Milliarden Euro gestiegen.

Als Grund für die entspannte Finanzsituation gilt neben erhöhter Einnahmen dank der guten Konjunktur auch der nur moderate Anstieg der Ausgaben pro Versicherten um 3,2 Prozent. Dies sei der niedrigste Anstieg seit 2012, teilte das Ministerium mit. Er liegt zugleich deutlich unterhalb des Zuwachses, den der Schätzerkreis im Oktober vergangenen Jahres für 2016 prognostiziert hatte. Bei Arzneimitteln war er mit lediglich 2,8 Prozent besonders niedrig. Deutliche Ausgabenzuwächse gab es hingegen bei den Präventionsleistungen um 46 Prozent, bei der Hospiz- und Palliativversorgung stiegen die Kosten um fast ein Viertel.

Den größten Finanzüberschuss erzielten die Ersatzkassen mit den Marktführern TK und Barmer GEK. Ihr Überschuss lag nach den ersten drei Quartalen bei rund 757 Millionen Euro. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) lagen mit 559 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKK) mit 91 Millionen Euro, die Knappschaft-Bahn-See mit 125 Millionen und die landwirtschaftliche Krankenversicherung mit 26 Millionen Euro im Plus. Die Innungskrankenkassen (IKK) wiesen hingegen ein leichtes Defizit von sieben Millionen Euro aus.

Das Ministerium veröffentlichte auch Zahlen zum Gesundheitsfonds, der in den ersten sechs Monaten ein Defizit von rund 3,7 Milliarden Euro aufweist – immerhin 1,2 Milliarden weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Da jedoch zahlreiche Einnahmen, etwa die Zusätze durch Weihnachts- und Urlaubsgeldzahlungen, erst im letzten Quartal kommen, ist eine Jahresprognose schwer absehbar.