Die Deutsche Bank hat harte Einschnitte bei den Bonuszahlungen für das vergangene Jahr beschlossen. Der Vorstand habe einstimmig entschieden, "die variable Vergütung für das Jahr 2016 deutlich zu reduzieren", teilte die Bank mit. Die Vorstandsmitglieder selbst erhalten demnach keine Bonuszahlungen, für weitere hochrangige Manager sollen die Boni für das vergangene Jahr deutlich geringer ausfallen.

Von den Kürzungen sind laut Spiegel-Informationen erstmals auch Investmentbanker in London und New York in größerem Ausmaß betroffen. Insgesamt müssten etwa 25 Prozent der Mitarbeiter mit Kürzungen rechnen. Außertarifliche Mitarbeiter ab der mittleren Führungsebene erhalten demnach für 2016 keine individuellen Boni.

Belastende Strafzahlungen

In einer Mitteilung verwies die Deutsche Bank auf die kürzlich erfolgte Einigung mit dem US-Justizministerium im Streit über nicht gedeckte Hypothekenpapiere. Das Unternehmen muss in diesem Fall insgesamt 7,2 Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro) Strafe zahlen. Die "Belastungen" aus dem Vergleich mit den US-Behörden und auch das Jahresergebnis insgesamt ließen sich nun besser abschätzen, hieß es in dem Schreiben. Vor diesem Hintergrund sei die Bonuskürzung beschlossen worden.

Für das Jahr 2015 war der Bonuspool mit 2,4 Milliarden Euro gefüllt, er dürfte für das vergangene Geschäftsjahr um mindestens die Hälfte schrumpfen. Konzernchef John Cryan hatte bereits 2015 die Bezahlung in der Bankenbranche als überdimensioniert bezeichnet.