Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbunds (DBB), Klaus Dauderstädt, hat mehr Wertschätzung für den öffentlichen Dienst gefordert. Die Beschäftigten würden "zu gering geschätzt von der Politik" und "zu wenig respektiert von den Bürgern", sagte Dauderstädt zur Eröffnung der traditionellen DBB-Jahrestagung.

Als ein Beispiel nannte Dauderstädt die öffentliche Kritik an den Sicherheitsbehörden nach dem Berliner Weihnachtsmarktanschlag vom 19. Dezember. Selbst in einem perfekten Überwachungssystem, das wiederum nicht der allgemeinen Vorstellung von einer liberalen Gesellschaft entspräche, werde sich ein solcher Ausnahmefall nicht vermeiden lassen.

"Da ärgert es mich schon gewaltig, wenn man in den Medien dazu vor allem von 'Überforderung' und 'Versagen' hört", sagte Dauderstädt. Dies sei Ausdruck einer unrealistischen Erwartungshaltung auch in anderen Bereichen des öffentlichen Diensts. Die Beschäftigten sollten "möglichst stets erreichbar sein, nicht unbedingt sofort entscheiden, aber doch bitte schnellstens und dann natürlich auch noch richtig, also fehlerlos selbst in Ermessensangelegenheiten."

Aber auch Dauderstädt mahnt besseren Schutz an: "Den Import von Hass müssen wir unterbinden, und – egal ob deutscher Staatsbürger oder zugewandert – Menschen, deren ganzer Lebenszweck darauf ausgerichtet ist, möglichst viele in den Tod zu reißen, muss keine Gesellschaft dulden", sagte der dbb-Vorsitzende .

Von der Politik forderte er im Beisein von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) Schritte für mehr Kommunikation und Handlungsfähigkeit der Behörden. Bei Reformen empfehle er, den Rat der eingebundenen Dienste wie Polizei, Verfassungsschutz oder Justiz einzuholen.  

De Maizière (CDU) rief dazu auf, die Debatte über die Konsequenzen aus dem Berliner Terroranschlag "mit Niveau und Respekt" zu führen. Wenn das geschehe und man am Ende auch zu konkreten Ergebnissen komme, dann sei eine solche Debatte "ein Zeichen von Stärke einer Demokratie", sagte der Innenminister. Er werde am Dienstag mit Justizminister Heiko Maas (SPD) über Konsequenzen aus dem Lkw-Anschlag beraten. De Maizière hatte zuletzt mit Vorschlägen etwa zur Zentralisierung des Verfassungsschutzes beim Bund Widerspruch geerntet.

Der Berliner Anschlag mit zwölf Toten und Dutzenden Verletzten hatte eine Debatte über den Umgang der Sicherheitsbehörden mit Terrorverdächtigen ausgelöst. Der Attentäter Anis Amri war seit Februar 2016 als islamistischer Gefährder eingestuft, konnte jedoch in den Wochen vor dem Attentat abtauchen. Eine Abschiebung des abgelehnten Asylbewerbers scheiterte an fehlenden tunesischen Papieren.