Die Inflation in Deutschland ist zum Jahresbeginn wegen höherer Energiepreise auf den höchsten Stand seit Juli 2013 gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, teilte das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mit.

Damit zog die jährliche Teuerung im zweiten Monat in Folge deutlich an. Bereits im Dezember war die Inflation deutlich angestiegen, während die Zinsen weiterhin nahe Null lagen. Das Statistische Bundesamt hatte für den Monat eine Teuerung von 1,7 Prozent errechnet.

Verantwortlich für den erneuten Anstieg sind steigende Preise für Heizöl, Kraftstoffe und Mieten. Energie war um 5,8 Prozent teurer als im Vorjahresvergleich. Zu dieser Zeit waren Sprit und Heizöl extrem günstig gewesen.

Damit verteuerte sich Haushaltsenergie so deutlich wie seit August 2012 nicht mehr. Im Jahresverlauf 2016 hatte die Preisentwicklung bei der Energie die Gesamtteuerung noch gedämpft. Im Dezember kehrte sich der Trend um, zum Jahresende war Energie 2,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Mögliche Auswirkungen auf den Konsum

Steigende Energiepreise können sich auf den Konsum auswirken, der zuletzt die wichtigste Stütze für das deutsche Wirtschaftswachstum war. Volkswirte gehen aber davon aus, dass der Trend zu höheren Inflationsraten infolge steigender Ölpreise in den kommenden Monaten wieder nachlassen wird. Einen rasanten Anstieg der Verbraucherpreise erwarten sie für das Gesamtjahr nicht. Die Bundesbank etwa rechnet mit einer moderaten Teuerungsrate von 1,4 Prozent – nach 0,5 Prozent 2016.

Im Januar mussten Verbraucher – teils saisonbedingt – auch für Nahrungsmittel (plus 3,2 Prozent) und Dienstleistungen (plus 1,2 Prozent) mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Dazu zählen auch Wohnungsmieten, die etwa 20 Prozent der Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmachen. Das Mietniveau lag um 1,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.