In Griechenland haben die Bürger seit Jahresbeginn mehr als 2,7 Milliarden Euro von ihren Bankkonten abgehoben. Grund dafür sind neue Diskussionen im In- und Ausland über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Das berichten griechischen Medien unter Berufung auf Kreise des Verbandes der griechischen Banken.

Die Bankeinlagen der Griechen seien seit Ende Dezember von 131,8 Milliarden Euro auf 129,09 Milliarden Euro Mitte Februar gefallen. Viele Menschen halten ihr Erspartes in Truhen, Safes und unter ihren Matratzen versteckt.

Im Sommer soll die Regierung in Athen sieben Milliarden Euro an ihre Gläubiger zurückzahlen. Das kann Griechenland aber nur, wenn es Geld aus dem Hilfsprogramm der Eurostaaten nutzt. Diese wollen das Geld nur dann freigeben, wenn sie sich einig über die Reformbemühungen Griechenlands geworden sind.

Der für den Euro zuständige EU-Kommissar Valdis Dombrovskis hob die Fortschritte bei den Reformbemühungen hervor. "Griechenland ist auf dem besten Weg, die für 2017 gesteckten Ziele zu erreichen", sagte er. Die Wirtschaftsleistung ziehe an, für das laufende Jahr erwarte die Kommission für Griechenland ein Wachstum von 2,7 Prozent. Die Arbeitslosigkeit sei zwar noch immer viel zu hoch, sie gehe aber zurück. Die Strukturreform komme voran, Ende vergangenen Jahres seien mehrere wichtige Gesetze verabschiedet worden, sagte Dombrovskis weiter. Der Abschluss dieser Bewertung ist die Voraussetzung dafür, dass die nächste Tranche der Finanzhilfe an Griechenland ausgezahlt werden kann.

Die sogenannte Troika aus EU, IWF und EU-Kommission fordert von Griechenland zusätzliche Einsparungen in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das entspricht rund 3,6 Milliarden Euro. Dazu soll die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras Steuerfreibeträge senken und Renten kürzen.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte kürzlich gesagt, Griechenland leiste sich einen höheren Lebensstandard, als es selbst erwirtschaften könne. Nötig seien weitere Reformen. "Sonst können sie nicht in der Währungsunion bleiben", sagte Schäuble. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras kritisierte Schäuble dafür scharf. "Wer mit einer 'Eurozone der zwei Geschwindigkeiten' spielt, mit Spaltung und Teilung, der spielt mit dem Feuer", sagte Tsipras. 

Er bat die Kanzlerin, die "abfälligen Äußerungen" zu unterbinden. Seine Regierung steht angesichts der neuen Forderungen unter Druck. Schon jetzt hat Austeritätspolitik dazu geführt, dass Tsipras' Partei Syriza in den Umfragen abgestürzt ist.