Die Bundesregierung hat sich in die Verhandlungen um eine mögliche Übernahme von Opel durch den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën eingeschaltet. Die Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie das Bundeskanzleramt machten sich "mit einiger Dringlichkeit" an Gespräche mit verschiedenen Beteiligten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde dabei "über alle Schritte stets im Bilde sein".

"Das Bundeskabinett hat heute das Thema Opel intensiv diskutiert", sagte Arbeitsministerin Nahles. Oberste Priorität habe die Sicherung der drei Opel-Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen warnte vor langen Verhandlungen. Die Arbeitnehmer bräuchten rasch Klarheit, forderten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Am Dienstag war bekannt geworden, dass General Motors (GM) den Verkauf von Opel an PSA erwägt. Die Bundesregierung wurde offenbar weder von den Unternehmen noch von der französischen Regierung informiert. "Ich verstehe, dass es aus Sicht Deutschlands den Wunsch gibt, einen wichtigen Teil seiner Industrie und Arbeitsplätze zu bewahren", sagte ein Sprecher der französischen Regierung.

GM-Chefin Mary Barra warb in einem Brief an die Opel-Mitarbeiter für einen Verkauf an PSA. Ein solcher Schritt würde beide Konzerne in die Lage versetzen, ihre Positionen auf dem europäischen Markt zu verbessern, schrieb Barra. "Wir würden alles daran setzen, bei der Transaktion sicherzustellen, dass die Interessen aller Beteiligten gewahrt werden." PSA und Opel arbeiten bereits seit 2012 bei verschiedenen Projekten in Europa zusammen. Bei einer Übernahme würde PSA zum größten Autoproduzenten in Europa hinter Volkswagen aufsteigen.

Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1862 in Rüsselsheim gegründet und 1929 von General Motors übernommen.