Weil die Gebühren für Basiskonten zu hoch seien, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die Deutsche Bank, die Postbank und die Sparkasse Holstein Klage eingereicht. Das berichtet die Funke Mediengruppe. Es sei unangemessen, dass Verbraucher bei diesen Banken für das sogenannte Girokonto für jedermann mehr zahlen müssten als für vergleichbare Konten, sagte die Leiterin des Finanzmarkt-Teams der Verbraucherzentrale (vzbv), Dorothea Mohn.

Das persönliche Nutzerverhalten der Kontoinhaber wird aus der Sicht der Verbraucherschützer nicht ausreichend berücksichtigt. Der Nutzer müsse auch dann einen höheren Grundpreis zahlen, wenn das Basiskonto als reines Onlinekonto geführt wird. Die Klagen wurden dem Bericht zufolge bei den Landgerichten in Köln, Frankfurt und Lübeck eingereicht.

Bereits im vergangenen Herbst hatten die Verbraucherschützer fünf Banken und eine Sparkasse abgemahnt, darunter auch die Deutsche Bank, Postbank und die Sparkasse Holstein. Ihre Preisgestaltung sei mit der gesetzlichen Regelung zum Basiskonto nicht vereinbar, hieß es.

Dass Basiskonten meist teurer sind als andere Kontomodelle, hält die Branche wegen des höheren Aufwands für angemessen. Wenn die Gebühren für Basiskonten nicht kostendeckend seien, "bestünde die Gefahr, dass sie durch Preiserhöhungen bei anderen Kontoinhabern quersubventioniert werden müssten", sagte vor Kurzem die Deutsche Kreditwirtschaft.

Bei der Postbank hieß es damals, es sei aufwendiger, solche Konten zu eröffnen, da die Prüfung der persönlichen Daten oft länger dauere oder Besitzer solcher Konten häufiger schlecht erreichbar seien.

Seit Mitte 2016 hat jeder Bürger das Recht auf ein Girokonto. Mit dem Zahlungskontengesetz wurde eine Richtlinie der Europäischen Union umgesetzt. Alle Banken werden verpflichtet, auch wirtschaftlich schwächeren Verbrauchern wie Geringverdiener, Sozialleistungsempfängern, Geflüchteten oder Obdachlosen auf Wunsch ein Basiskonto auf "Guthabenbasis" einzurichten. Der vzbv will mit der Klage verhindern, dass manche Menschen durch die hohen Entgelte dennoch keinen Zugang zu einem Basiskonto haben. Die Gebühren sollen "angemessen" sein.