Das US-Außenministerium hat dem kanadischen Unternehmen TransCanada endgültig den Bau der Pipeline Keystone XL genehmigt, wie ein Sprecher mitteilte. Den Auftrag dazu habe Präsident Donald Trump gegeben. Trump hatte bereits Ende Januar als eine seiner ersten Amtshandlungen nach seinem Einzug ins Weiße Haus das von seinem Vorgänger Barack Obama gestoppte Projekt provisorisch neu aufgelegt.

Die Pipeline gilt als umweltgefährdend, was auch der Grund für die Blockade durch die Vorgängerregierung war. Keystone XL ist eine Erweiterung der 2010 in Betrieb genommenen Keystone Pipeline, die aus dem kanadischen Calgary in die USA führt. Über die 1.900 Kilometer lange Erweiterung der Röhre sollen täglich bis zu 830.000 Barrel (etwa 132 Millionen Liter) aus Teersand gewonnenes Öl bis zur Küste am Golf von Mexiko gepumpt werden.

Bei der technisch sehr aufwändigen Förderung von Öl aus den sandigen Teerböden entstehen riesige Seen mit verschmutztem Wasser. Zudem hat der in dieser Art von Öl enthaltene Stoff Bitumen nach Angaben von Umweltschützern eine zersetzende Wirkung auf die Ölleitungen, was das Risiko von Lecks erhöht.

Nach Angaben des Unternehmens TransCanada wird das Projekt Zehntausende Jobs schaffen und in beiden Ländern zu wirtschaftlichem Wachstum führen.

In der von Staatssekretär Thomas Shannon ausgestellten Lizenz heißt es, die erneute Prüfung des Projekts habe ergeben, dass es im "nationalen Interesse" liege. Der nächste Schritt sind Genehmigungen für die Passage des US-Bundesstaats Nebraska. Das kann mehrere Monate dauern. Trump sagte, "Es ist ein großartiger Tag für amerikanische Jobs". Durch die Entscheidung werde eine neue Ära der US-Energiepolitik eingeläutet, in der die USA weniger stark von Öl aus dem Ausland abhängig sein würden.

Obamas Klimapolitik setzte auf erneuerbare Energien, Trump will fossile Energieträger fördern. Als früherer Chef von ExxonMobil hatte sich Außenminister Rex Tillerson aus dem Prozess der Bewertung zurückgezogen.