Karl-Thomas Neumann ist als Vorsitzender der Geschäftsführung von Opel zurückgetreten. Er bleibe aber Mitglied der Geschäftsführung, bis der Verkauf der General-Motors-Tochter an den französischen PSA-Konzern abgeschlossen sei, teilte er über Twitter mit. Es sei "eine schwierige, persönliche Entscheidung" gewesen. Neumanns Nachfolger wird nach Angaben des Unternehmens der bisherige Finanzchef Michael Lohscheller.   

Neumann sagte, er habe keinen Zweifel daran, dass Opel mit dem Wechsel zur PSA-Gruppe noch erfolgreicher und stärker aufgestellt sein werde. "Ich werde mich zunächst voll auf den Abschluss dieser Transaktion konzentrieren und anschließend die Zeit nehmen, über meine persönlichen nächsten Schritte zu entscheiden." Über den Rücktritt hatte am Wochenende zuerst die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

Neumann hatte die Europatochter des US-Konzerns General Motors seit 2013 geführt, es aber nicht geschafft, sie in die Gewinnzone zurückzubringen. PSA-Chef Carlos Tavares hatte zuletzt in einem Interview seine Vorgabe erneuert, dass Opel spätestens im Jahr 2020 Gewinn erwirtschaften müsse. Den Plan dazu solle das Management innerhalb von 100 Tagen nach der Übernahme vorlegen und ihn dann umsetzen.

Beim Neustart setze er auf die vorhandene Mannschaft, sagte Tavares. "Es sind alle Führungskräfte eingeladen, mit mir den Weg zu gehen. Sie müssen nur wissen, dass es so wie bisher nicht bleiben kann."

Aus dem Team stammt auch der neue Chef Michael Lohscheller. Er gehört seit September 2012 dem Opel-Vorstand an und ist seit dem 1. Juli 2014 Finanzvorstand und Geschäftsführer der Finanzen. Der 48-jährige Diplom-Kaufmann arbeitete schon vor seiner Zeit bei Opel über viele Jahre in der Automobilbranche, bei Daimler, Mitsubishi und Volkswagen.