Die deutschen Staatsschulden sind erstmals seit Jahren unter die Marke von zwei Billionen Euro gesunken. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte waren am Ende des ersten Quartals 2017 mit knapp 1,99 Billionen Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 2,3 Prozent oder 47,4 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor. 

Damit sanken die Schulden erstmals seit 2011 unter die Zwei-Billionen-Grenze: Vergleiche mit den Jahren davor hinken allerdings, weil sich die Berechnungsgrundlage verändert hat. Bis dahin wurden nicht alle Extrahaushalte – etwa die im Zuge der Finanzkrise entstandenen Bad Banks (nur zum Zweck der Abwicklung nicht zurückzahlbarer Kredite gegründete Banken) – in die Statistik einbezogen. Die gute Konjunktur sorgt derzeit für hohe Steuer- und Beitragseinnahmen, während die niedrigen Zinsen für Entlastung auf der Ausgabenseite sorgen.

"Alle Ebenen konnten ihre Verschuldung verringern", teilte das Statistikamt mit. So drückte der Bund seine Verbindlichkeiten um 2,4 Prozent auf rund 1,25 Billionen Euro. Die Länder schuldeten 598,3 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 2,4 Prozent entspricht. Besonders kräftig konnten Sachsen (–21,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (–10,4) und Bayern (–10,0) ihre Schulden abbauen. In Hamburg (+10,6) und Schleswig-Holstein (+6,1) legten sie dagegen am deutlichsten zu, was vor allem auf die Übertragung problematischer Kredite der HSH Nordbank an eine neu gegründete Abwicklungsbank zurückgeht.

Der Schuldenstand der Kommunen schrumpfte um 1,4 Prozent auf 141,1 Milliarden Euro. Besonders die Gemeinden in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen senkten ihre Schuldenlast, während sie in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein am stärksten zunahm.