Die US-Notenbank hat erneut den Leitzins angehoben. Er steigt um einen viertel Prozentpunkt auf die neue Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent, wie die Fed mitteilte. Fed-Chefin Janet Yellen deutete noch eine weitere Anhebung in diesem Jahr an. "Die Wirtschaft scheint sich nach der Abkühlung im ersten Quartal erholt zu haben", sagte Yellen.

Die Fed hatte bereits im Dezember 2015, im Dezember 2016 sowie im März 2016 ihren Leitzins – die sogenannte Federal Funds Rate – erhöht. Die Notenbank orientiert sich bei ihren geldpolitischen Entscheidungen am US-Arbeitsmarkt und an der Inflationsrate. Beides entwickle sich gegenwärtig wie erwartet, teilte die Fed mit.

Die Inflation hat zuletzt nachgelassen – eine Entwicklung, die die Fed beobachten will. Dies kann Auswirkungen auf zukünftige Zinsentscheidungen haben. Die Zentralbank kündigte auch an, die über die vergangenen Jahre angekauften Anleihen in Zukunft langsam und schrittweise abstoßen zu wollen. Der Anleihekauf im Billionen-Volumen war eine weitere Maßnahme zur Lockerung der Geldpolitik. Der Verkauf würde die Geldpolitik zusätzlich zu Zinserhöhungen weiter straffen.

Aktienmärkte im Plus

Experten hatten mit der Entscheidung gerechnet, da in den USA praktisch Vollbeschäftigung herrscht. Zuletzt hatte die Fed den Leitzins im März angehoben. Die amerikanische Wirtschaft ist zwar mit wenig Schwung ins Jahr gestartet. Die Notenbank geht jedoch von einer Ausnahme aus und erwartet einen anhaltenden Aufschwung.

Der Kurs des Euro schaffte es nach starken Schwankungen wieder über die Marke von 1,12 US-Dollar. Nach schwachen US-Inflationsdaten war er mit 1,1295 Dollar zunächst auf den höchsten Wert seit den kräftigen Kursverlusten im Anschluss an die US-Präsidentschaftswahlen geklettert. Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank sackte er dann auf 1,1193 Dollar ab.

Die Federal Funds Rate gibt an, zu welchem Preis sich Banken gegenseitig Geld leihen. Änderungen beim US-Leitzins wirken aber weltweit. So kann etwa der Dollar im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen der Welt gestärkt werden, Schulden in US-Dollar würden dann etwa für ausländische Unternehmen oder auch für Staatshaushalte teurer. Finanzexperten in Europa rufen seit langem dazu auf, auch in der Eurozone die Zinsen nach einer langen Phase des ultrabilligen Geldes anzupassen.