Das Bundeskriminalamt hat sich die sogenannten Panama Papers beschafft, die Informationen über Briefkastenfirmen und Steuervermeidungstricks von Spitzenpolitikern und Sportstars enthalten sollen. Das teilten das BKA, das hessische Finanzministerium und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Die Daten würden gemeinsam mit der hessischen Finanzverwaltung "geprüft und ausgewertet, um strafrechtlichen und steuerrechtlichen Tatbeständen nachzugehen", heißt es in einer Mitteilung. Nach Angaben aus Regierungskreisen kaufte das BKA den Datensatz für fünf Millionen Euro.

Bei den Papieren handelt es sich um vertrauliche Unterlagen, die ein internationales Recherchenetzwerk im Frühjahr vergangenen Jahres aufgedeckt hatte. Darin wurde enthüllt, wie Politiker, Sportfunktionäre, Milliardäre, Prominente und Kriminelle weltweit von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen in Panama nutzen, um Steuern in ihren Heimatländern zu umgehen. Auch Tausende Deutsche sollen in den Papieren aufgeführt sein.

In der Mitteilung der drei Behörden heißt es, der Datensatz enthalte mehrere Millionen Dateien, die nun für eine elektronische Auswertung aufbereitet würden. Die Sichtung werde voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen. Das BKA habe dafür eine Besondere Aufbauorganisation unter Beteiligung der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main und mit Unterstützung der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft eingerichtet.

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) teilte mit, dass das BKA auf die Steuerverwaltung des Bundeslandes zugekommen sei, "da wir über die Fachleute und die technischen Möglichkeiten verfügen". Hessen sei auch bereit, sich an den Kosten für die Daten zu beteiligen. "Wie werthaltig die Daten aus steuerlicher Sicht sind, muss nun in akribischer Aufklärungsarbeit herausgefunden werden."

Die Enthüllung der Panama Papers hatte auch politische Konsequenzen. So trat der isländische Ministerpräsident Sigmundur Davíð Gunnlaugsson zurück, nachdem Medien berichtet hatten, dass er an Briefkastenfirmen beteiligt gewesen sei.