Immer seltener entscheiden sich Jugendliche für eine Ausbildung. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge hat im vergangenen Jahr einen neuen Tiefstand erreicht, wie aus einem Bericht des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervorgeht: Knapp 510.000 Jugendliche begannen 2016 eine Berufsausbildung, 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ausbildungszahlen sanken das fünfte Jahr in Folge und haben damit den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. 2015 hatten noch 517.000 Jugendlich eine Ausbildung gewählt.

Auch die absolute Zahl der Ausbildungen ist seit beinahe zehn Jahren rückläufig. 2016 befanden sich 1,32 Millionen Jugendliche in einem Ausbildungsverhältnis, 2000 waren es 1,7 Millionen Auszubildende.

Am beliebtesten war im vergangenen Jahr mit knapp 30.000 Verträgen die Berufsausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel, gefolgt von einer Ausbildung im Büromanagement, zum Verkäufer oder zur Verkäuferin, als Kraftfahrzeugmechatroniker und als Industriekauffrau oder -mann. Auf diese fünf Ausbildungsberufe entfiel rund ein Viertel der neu abgeschlossenen Verträge.

Jugendliche mit Abitur begannen vor allem mit einer Ausbildung zu Industriekaufleuten, Büromanagern oder Groß- und Außenhandelsleuten. Jugendliche, die ohne Schulabschluss nach einem Ausbildungsplatz suchten, fanden vor allem Stellen als Verkäufer oder Verkäuferin und im Einzelhandel.

Die Zahl der Ausbildungsverträge, die vorzeitig wieder aufgelöst wurden, verzeichnete 2016 einen Zuwachs: 146.000 Jugendliche brachen ihre Ausbildung ab, knapp drei Prozent mehr als 2015.