Ein Dokument der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bringt fünf namhafte Bierbrauereien unter Druck. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, sollen große und mittelständische Brauereien wie Radeberger und Carlsberg, aber auch die Marken Früh- und Gaffel-Kölsch zum "größten Kartell der deutschen Biergeschichte gehören". Der Zeitung liegen die Papiere vor, in der von"hinreichendem  Tatverdacht für die zur Last gelegten Kartellordnungswidrigkeiten" die Rede sein soll.

Laut der bisher unveröffentlichten Stellungnahme beantragte die Generalstaatsanwaltschaft, die Hauptverhandlung gegen die Unternehmen zu eröffnen. Die Beweismittel und Indizien belegen nach Ansicht der Ermittler, dass "die für die Brauereien Verantwortlichen" auf Sitzungen des Wettbewerbsausschusses des Brauereiverbandes NRW im Juni 2006 und im September 2007 eine Preiserhöhung für Flaschen- und Fassbier abgesprochen haben. 

Etliche Premium-Hersteller hätten bereits Bußgeld in dreistelliger Millionenhöhe akzeptiert, die betroffenen Kölsch-Brauer hingegen hätten gegen die Strafzahlungen von je drei Millionen Euro geklagt. Die Biersparte Radeberger soll 160 Millionen Euro Buße zahlen, Carlsberg 60 Millionen Euro. Die Unternehmen weisen die Vorwürfe der Wettbewerbshüter zurück und haben beantragt, die Verfahren einzustellen.