Im rheinischen Braunkohlerevier haben Umweltaktivisten die Arbeit eines Baggers behindert, um gegen den weiteren Abbau der Kohle zu protestieren. Wie die Polizei in Aachen mitteilte, kletterten insgesamt 13 Personen in dem Abbaufeld auf das Fahrzeug. Sie konnten am Vormittag aber von Polizisten wieder aus dem Tagebau herausgeführt werden. Später blockierten die Aktivisten eigenen Angaben zufolge Gleise und hinderten so zwei Kohlezüge an der Weiterfahrt.

Der Tagebau gehört dem Energiekonzern RWE. Das Unternehmen soll den Bagger während des Protestes abgeschaltet haben, damit niemand zu Schaden kommt, schreibt der Kölner Stadt-Anzeiger. Die Proteste gegen die Kohle hatten am Donnerstag zunächst friedlich und ohne Zwischenfälle begonnen. Ein Polizeisprecher beschrieb die Lage am Nachmittag als "ganz ruhig". Zuvor hatten Mitarbeiter von RWE dem Kölner Stadt-Anzeiger zufolge mit einem Motorradkorso und einer Mahnwache für eine friedliche Auseinandersetzung demonstriert. 

Bis kommenden Dienstag wollen die Klima- und Umweltschützer im rheinischen Revier die größten Antibraunkohleproteste ausrichten, die es in Nordrhein-Westfalen je gab. Ausgangspunkte ihrer Aktionen sind zwei Camps: eines bei Erkelenz nahe dem Tagebau Garzweiler und eines in Kerpen-Manheim am Tagebau Hambach. Neben legalem Protest – etwa einer Menschenkette am Tagebau Hambach am Samstag – sind auch sogenannte Aktionen des zivilen Ungehorsams geplant, also Blockaden der technischen Infrastruktur wie Schienen, Zufahrten oder Bagger.

Vorab hatte ein Aktionsbündnis RWE eine Frist gesetzt: Wenn das Unternehmen die Braunkohleförderung nicht bis zum 23. August einstelle, werde man das "selbst in die Hand nehmen". Die Polizei interpretierte das der Rheinischen Post zufolge als "Ankündigung massiver Straftaten", gegen die man konsequent vorgehen werde. Sicherheitskräfte seien rund um die Uhr im Einsatz.

2015 waren Klimaaktivisten in den RWE-Tagebau Garzweiler eingedrungen, die Polizei ging damals massiv gegen die Blockierer vor. 2016 hatte es Blockadeaktionen von Kohlegegnern im Braunkohlerevier in der Lausitz gegeben. Anders als im Jahr 2015 seien die rheinischen Tagebaue mittlerweile umfriedet, schreibt die Rheinische Post; und jeder, der sie ohne Erlaubnis betrete, begehe der Polizei zufolge Hausfriedensbruch.