Die Bundesregierung ist unter bestimmten Bedingungen bereit, insgesamt 660 Millionen Euro an Zinsgewinnen an Griechenland zu zahlen. Bisher seien im Haushalt für das laufende Jahr 243 Millionen Euro eingestellt und für das kommende Jahr knapp 417 Millionen, teilte das Bundesfinanzministerium mit. Beide Summen seien aber noch gesperrt. 

Die zwei Beträge sind laut Ministerium vorsorglich im Haushalt eingestellt. Eine Auszahlung bedürfe weiterer Beschlüsse am Ende des aktuellen ESM-Programms. Die Höhe der denkbaren Zahlung sei aus dem nationalen Anteil der rechnerischen Gewinne der Europäischen Zentralbank aus den Geschäften mit griechischen Staatsanleihen ermittelt worden. Medienberichten zufolge hatte Deutschland mit Zinseinnahmen aus Krediten und Anleihenkäufen für Griechenland bislang Gewinne von etwa 1,34 Milliarden Euro gemacht.

Die Eurogruppe hatte sich im Mai 2016 auf "mögliche schuldenerleichternde Maßnahmen für Griechenland" verständigt. Das war eine Bedingung des Internationalen Währungsfonds, um sich weiter an der Griechenlandrettung zu beteiligen. Endgültig entschieden werden soll aber erst 2018 – wenn Griechenland das aktuelle Programm des Europäischen Stabilitätsmechanismus und die geforderten Reformen erfolgreich umgesetzt habe und dann auch tatsächlich diese Hilfen benötige. 

Seit 2010 erhält Griechenland internationale Kredite. Mittlerweile läuft das dritte vereinbarte Hilfsprogramm mit einem Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro, allerdings in Teilsummen und im Gegenzug für Reformen, etwa im Renten- und Steuersystem.