Dank des Herbstaufschwungs ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im September auf 2,449 Millionen gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 1991. Im Vergleich zum August nahm die Zahl der Erwerbslosen um 96.000 ab, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Jobsucher demnach um 159.000 zurück. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent.

"Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter sehr positiv", sagte BA-Chef Detlef Scheele. Im Zuge der einsetzenden Herbstbelebung habe die Arbeitslosigkeit sogar stärker als üblich abgenommen. "Die Beschäftigung wächst weiter und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern steigt in diesem Monat kräftig", sagte Scheele.

Die sinkende Arbeitslosenzahl hat hauptsächlich saisonale Gründe: Nach Ende der Werksferien stellen Unternehmen im Herbst wieder verstärkt Mitarbeiter ein. Auch finden viele junge Leute einen Job, die nach Ende ihrer Ausbildung nicht übernommen worden waren und sich deshalb zum Sommerbeginn arbeitslos gemeldet hatten.

Im September waren 773.000 offene Stellen bei der BA gemeldet – 86.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen lag nach Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes im August bei 44,50 Millionen – ein Plus von 64.000 gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 692.000 Erwerbstätige mehr. Auch saisonbereinigt sank die Zahl der Jobsuchenden: Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl lag im September bei 2,506 Millionen. Damit waren rund 23.000 Männer und Frauen weniger ohne Job als im August.

Ökonomen zufolge wird die gute Lage am Arbeitsmarkt wohl auch künftig anhalten: Laut der Konjunkturprognose der größten Wirtschaftsforschungsinstitute soll 2018 die Zahl der Arbeitslosen im Jahresschnitt erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Marke von 2,5 Millionen fallen. Für 2019 erwarten die Forscher einen weiteren Rückgang. Bei der Beschäftigung sagen die Forscher für dieses und die nächsten beiden Jahre jeweils neue Rekorde voraus. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte sich demnach von 44,3 Millionen (2017) bis auf 45,2 Millionen im Jahr 2019 erhöhen.