Eier könnten in Deutschland bald teurer werden: Die Bundesregierung rechnet mit steigenden Eierpreisen als Folge des Skandals um mit Fipronil belastete Eier. Laut einem Bericht des Bundesagrarministeriums stammen mehr als 70 Prozent der Eier, die nach Deutschland eingeführt werden, aus den Niederlanden. Demnach könnte der Fall spürbare Auswirkungen auf den deutschen Eiermarkt und Eierpreise haben.

Die Niederlande stehen im Zentrum des Falls um die mit dem Insektizid belasteten Eier. Zurzeit werden keine niederländischen Eier mehr in Deutschland verkauft. Deshalb sind die Preise laut Marktinfo Eier und Geflügel im Großhandel jüngst gestiegen. Laut Bundesagrarministerium sei die Informationsweitergabe zwischen den betroffenen EU-Ländern sowie zwischen den Bundesländern zu langsam. Besonders aus dem hauptbetroffenen Niedersachsen könnten die Informationen demnach "rascher und zuverlässiger fließen". In Deutschland sind die Länder für die Lebensmittelkontrolle zuständig.

Grünenfraktionschefin und Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt warf Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) "Selbstbeweihräucherung" vor. Dass er die Verantwortung bei den Bundesländern suche, sei eine "Frechheit", der Minister sei tagelang "in der Versenkung verschwunden". Zudem ziehe Schmidt nicht die richtigen Konsequenzen. Die Grünen fordern eine Kennzeichnung für den Ursprung von Eiern auf Verpackungen eierhaltiger Produkte, um künftig eine bessere Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen.


Nach Recherchen des Spiegels soll der niederländische Hersteller Chickfriend die Betriebe, die es damit beliefert hat, bewusst getäuscht haben. So lag dem Mittel ein mutmaßlich gefälschtes amtliches Sicherheitsblatt bei, das Dega-16 als harmlos beschrieb. Derzeit arbeiten Ermittlungsbehörden an der Aufklärung des Falls. Mehr als 100 Betriebe in Deutschland sind von dem Skandal betroffen, darunter vor allem Verpackungsbetriebe und Zwischenhändler.

Fipronil ist ein Insektizid, das für Bienen, Zecken, Milben, Flöhe – also wirbellose Tiere – tödlich ist. Es wird in der Tiermedizin zum Beispiel gegen Flöhe und Milben bei Haustieren eingesetzt. Dort, wo Lebensmittel verarbeitet oder hergestellt werden – also auch in Legebetrieben –, ist der Einsatz des Mittels verboten.