Die Volksrepublik ist bis heute der Klimasünder Nummer eins und für nahezu ein Drittel der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Zwei Drittel seiner Energie bezieht China aus klimaschädlicher Kohleverbrennung. Bis vor einigen Jahren machte die chinesische Führung noch den Eindruck, als schere sie sich nicht um den Klimaschutz. Die Zäsur erfolgte Ende 2015 bei der Weltklimakonferenz in Paris. Dort ließ sich China erstmals auf ein verbindliches Ziel ein und versprach, den CO2-Ausstoß spätestens ab 2030 zu senken.

Mittlerweile hat sich die chinesische Regierung noch sehr viel ehrgeizigere Ziele gesteckt. Sie will die Kohleemissionen bereits bis 2020 um ein Fünftel senken. Die verarbeitende Industrie wurde angewiesen, binnen zehn Jahren ihren CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu reduzieren. Um Unternehmen ökonomische Reize für eine Energiewende zu bieten, hat China zudem einen CO2-Emissionshandel aufgesetzt, der seit vergangenem Jahr landesweit gilt. Wer in China CO2 ausstößt, muss seitdem dafür zahlen.

Erneuerbare Energie statt Kohlekraftwerke

Gleichzeitig soll die Energieproduktion durch Sonnenenergie bis 2020 um ein Fünftel erhöht werden. Den zunächst geplanten Bau von mehr als 100 neuen Kohlekraftwerken hat die Regierung inzwischen aufgegeben. Stattdessen will sie in den nächsten Jahren umgerechnet mindestens 320 Milliarden Euro in Ökoenergieprojekte stecken. Vier Städte in der Region, darunter Peking und Tianjin, sollen ab 2020 komplett "kohlefreie Zonen" werden.   

Beim Umstieg auf erneuerbare Energien ist China heute schon führend. Die Volksrepublik erzeugt ein Fünftel ihres Stroms aus regenerativen Quellen. In den USA sind es – zum Vergleich – nur 13 Prozent.

Und doch: All das ist nur ein Anfang. Zwar steht China beim Ausbau der Solar- und Windenergie an der Weltspitze. Aber die Wirtschaft sei nach wie vor abhängig von energieintensiven, schmutzigen Industriezweigen, sagt Energieexpertin Sarah Ladislaw vom Zentrum für strategische und internationale Studien in Washington. China sei beim Kampf gegen den Klimawandel "sowohl Führer als auch Nachzügler".