Die einstigen Eurokrisenländer Spanien und Italien erholen sich wirtschaftlich weiter. Die Arbeitslosenquote in Spanien ist auf das niedrigste Niveau seit rund neun Jahren gefallen. Sie sank im dritten Quartal auf 16,4 Prozent, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Damit war die Quote so niedrig wie seit dem vierten Quartal 2008 nicht mehr.

Trotz der im europäischen Vergleich noch immer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit wächst die spanische Wirtschaft nach einer Rezession aufgrund der Eurokrise mittlerweile wieder kräftig. Wirtschaftsminister Luis de Guindos geht davon aus, dass der Aufschwung anhält: "Die Daten des dritten Quartals werden sehr gut sein, Spanien wird um über drei Prozent pro Jahr wachsen und die Zahl der Arbeitslosen reduziert sich um 600.000 jährlich", sagte er dem Handelsblatt. Nach Einschätzung der Regierung in Madrid hängt der Aufschwung aber auch von der weiteren Entwicklung im Katalonien-Konflikt ab.

Neben Spanien geht es auch Italien wirtschaftlich wieder besser: Die Stimmung unter italienischen Unternehmen ist so gut wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. Der nationale Geschäftsklimaindex stieg im Oktober laut Behörden um einen Punkt auf 109,1 Zähler – das ist der höchste Wert seit Juni 2007. Auch das Konsumklima verbesserte sich: Die zugehörige Kennzahl stieg im Oktober den fünften Monat in Folge und erreichte das höchste Niveau seit Januar 2016. Einige Ökonomen hatten zuvor hingegen mit einem Rückgang gerechnet.

Vor allem ein starker Dienstleistungssektor lässt auch die italienische Wirtschaftskraft wachsen: Die Zentralbank in Rom schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um 0,5 Prozent zugelegt hat – und damit deutlich stärker gestiegen ist als im zweiten Quartal 2017. Die offiziellen BIP-Daten werden Mitte November veröffentlicht.