Die russische Justiz hat eine Beschlagnahmung von vier Siemens-Gasturbinen abgelehnt, die gegen den Willen des Technologiekonzerns auf die Krim gebracht worden waren. Wie russische Nachrichtenagenturen berichteten, lehnte ein Gericht in Moskau eine entsprechende Forderung von Siemens ab. Das russische Unternehmen Technopromexport hat laut Siemens vier solcher Maschinen im Sommer 2016 von dem deutschen Unternehmen gekauft und danach auf die Krim geliefert. Technopromexport, eine Tochter des Staatskonzerns Rostec, verstoße damit gegen die Lieferverträge sowie gegen EU-Sanktionen.

Wie die russische Regierung damals mitteilte, stammen die auf der Krim installierten Turbinen aus russischer Produktion und seien aus russischen Komponenten zusammengebaut worden. Siemens hat von Technopromexport gefordert, die Turbinen nach Russland zurückzubringen und Strafanzeige gestellt. Die Maschinen seien eigentlich für ein Kraftwerk in Taman in Südrussland bestimmt gewesen. Siemens sei auch bereit, den ursprünglichen Vertrag zu annullieren und die Maschinen zurückzukaufen. 

Russland hat im Frühjahr 2014 die Krim annektiert. Die ukrainische Halbinsel unterliegt seitdem Wirtschaftssanktionen der EU und der USA, die direkte Kontakte dorthin untersagen. Der Export von Kraftwerken nach Russland ist hingegen erlaubt. Wegen der Turbinenlieferung hatte die EU im August 2017 Strafmaßnahmen gegen drei russische Firmen und drei Einzelpersonen verhängt. Die russische Regierung bewertete das als "feindselig und unbegründet".