Bei der Stromerzeugung in Deutschland ist der Anteil erneuerbarer Energien in diesem Jahr stark gestiegen. Er liegt nach vorläufigen Zahlen bei 33,1 Prozent. 2016 lag der Anteil noch bei 29 Prozent, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit. Aus Stein- und Braunkohlekraftwerken kamen demnach 37 Prozent des Stroms, ein Rückgang um 3,3 Prozentpunkte.

Die Energiewende in Deutschland sei dadurch zumindest bei den Kraftwerken deutlich vorangekommen. Die erneuerbaren Energien hätten 2017 gut 15 Prozent mehr Strom produziert und so ihren Anteil an der Gesamterzeugung auf über ein Drittel ausgebaut.

Nach Angaben des BDEW hatten Gaskraftwerke bei der Stromerzeugung im vergangenen Jahr einen Anteil von 13,1 Prozent, also 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kernkraft sank 2017 von 13 auf 11,6 Prozent.

Die Zahlen zeigten, dass die erneuerbaren Energien "auf dem Sprung sind, die Nummer eins in der Bruttostromerzeugung zu werden", sagte BDEW-Geschäftsführer Stefan Kapferer. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung habe also längst begonnen, zudem leiste die Energiewirtschaft damit ihren Beitrag für die Klimaziele der Bundesregierung. In diesem Jahr seien sechs Steinkohlemeiler vom Netz genommen worden. Die ersten Braunkohlekraftwerke seien vom Normal- auf einen Bereitschaftsbetrieb umgestellt worden.

Gemessen am inländischen Verbrauch hätten die erneuerbaren Energien sogar einen Anteil von 36,1 Prozent. Das von der Bundesregierung für das Jahr 2020 vorgegebene Ziel von 35 Prozent sei damit schon 2017 übertroffen worden, sagte Kapferer. 

Verkehrssektor bedrohe Klimaziele

Der Hauptschuldige an dem drohenden Verfehlen des Klimaziels für 2020 sei der Verkehrssektor, sagte Kapferer. Der Verbrauch von Diesel und Benzin sei 2017 wieder gestiegen. Im Vergleich zu 1990 habe der Verkehr so überhaupt keine Treibhausgase eingespart.

Kapferer regte an, ähnlich wie bei den Kraftwerken auch den Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten im Verkehr anzuvisieren. Da der Strom immer sauberer werde und eine immer größere Rolle spielen solle, müsse dieser auf der anderen Seite von Kosten entlastet werden. So müsse die Stromsteuer auf das mögliche Mindestmaß gekürzt werden.