Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1994 gesunken. Das teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit. Ursächlich seien die gute wirtschaftliche Entwicklung und die niedrigen Zinsen. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit insgesamt 20.200 Firmenpleiten. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als im Vorjahr – und ein Minus von 94 Prozentpunkte im Vergleich zu 2003. Damals mussten noch 39.470 Unternehmer Insolvenz anmelden. Die geringste Insolvenzquote aller Bundesländer hat laut Creditreform auch 2017 Baden-Württemberg, wo 38 von 10.000 Unternehmen pleite gingen. In Berlin, dem Spitzenreiter, sind es 93 von 10.000.

Der rückläufige Trend gilt auch für Privatinsolvenzen. Diese betraf in den vergangenen Monaten 72.100 Verbraucher und damit 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund sind nach Einschätzung von Creditreform auch hier die insgesamt günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Die Arbeitslosenzahl sei auf einem niedrigen Stand, die Einkommen würden tendenziell steigen. 

Die finanziellen Schäden für die Gläubiger lagen bei den Firmenpleiten mit geschätzt 26,6 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert (27,5 Milliarden Euro). In den insolventen Unternehmen sind den Angaben zufolge etwa 198.000 Arbeitsplätze weggefallen oder bedroht. Im Vorjahr waren es 221.000. 

Die Gesamtzahl der Insolvenzen – also unter anderem einschließlich der Pleiten von Selbstständigen – wird sich nach Einschätzung von Creditreform im laufenden Jahr bei 116.000 bewegen. Damit würde sich die Zahl im siebten Jahr in Folge verringern und damit den niedrigsten Stand seit 2003 erreichen.