Die Deutsche Bahn will gemeinsam mit anderen Großkunden gegen die am Lkw-Kartell beteiligten Hersteller auf Schadenersatz klagen. Die Klage richte sich unter anderem gegen Daimler und die Volkswagen-Tochter MAN, sagte eine Bahnsprecherin ZEIT ONLINE. Wie hoch die Schadenersatzforderung der Geschädigten ausfalle, werde derzeit noch geprüft.

"Mit den illegalen Preisabsprachen wurde uns und den anderen Geschädigten ein enormer Schaden zugefügt", sagte der zuständige Bahn-Vorstand Ulrich Weber. Neben der Deutschen Bahn werden auch die Bundeswehr und mehr als 40 weitere Firmen beim Landgericht München Klage einreichen werden. Darunter seien Flughafenbetreiber, Handels- und Logistikfirmen. Insgesamt solle es um den Kauf von insgesamt 35.000 Fahrzeugen und ein Einkaufsvolumen von zwei Milliarden Euro gehen.

Die Bahn, die mit ihrer Unternehmenstochter DB Schenker eine der weltweit größten Speditionen betreibt, hatte die Bündelung der Schadenersatzklagen gegen die Nutzfahrzeughersteller bereits im August angekündigt. Mit der Klage wolle man auch eine mögliche Verjährung der Ansprüche verhindern. Kartellexperten gehen davon aus, dass die Kaufpreise um bis zu 20 Prozent zu hoch ausgefallen sein dürften. Laut Süddeutscher Zeitung wären dann Forderungen von Hunderten Millionen Euro möglich.

Das Kartell von Daimler, Iveco, DAF, Volvo/Renault sowie MAN war schon 2011 aufgedeckt worden. Die EU-Kommission hatte im  Jahr 2016 Geldstrafen gegen vier der Lkw-Hersteller in Höhe von 3,8 Milliarden Euro verhängt. Die VW-Tochter MAN kam als Kronzeuge straffrei davon.