Die Geflügelwirtschaft will Alternativen zum massenhaften Kükentöten noch in diesem Jahr einführen. "Wir befinden uns mit zwei unterschiedlichen Verfahren zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Ei in der Endphase der Erprobung", sagte Friedrich-Otto Ripke, Chef des Zentralverbands der Geflügelwirtschaft, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Bis Ende des Jahres seien die ersten Maschinen im Einsatz.

Derzeit werden in Deutschland jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, weil deren Aufzucht unwirtschaftlich ist. Bei beiden von Ripke genannten Technologien werde das Geschlecht des Kükens wenige Tage nach der Befruchtung und weit vor dem Schlüpfen bestimmt. Eier mit männlichen Tieren würden dann aussortiert.

Die Bundesregierung hatte die Technologien mit Steuermitteln gefördert. Ripke sagte, eventuell müsse der Staat auch die Anschaffung der Maschinen fördern. Niemand könne derzeit sagen, wie teuer die Maschinen seien. Außerdem brauche es Zeit, bis die Technik flächendeckend zum Einsatz komme. "Eine solche Innovation ist nicht von heute auf morgen in allen Betrieben umzusetzen", sagte Ripke. Man müsse Brütereien Zeit einräumen.

Eigentlich wollte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) das sogenannte Kükenschreddern bereits 2017 beenden. Statt die Praxis gesetzlich zu verbieten, setzt Schmidt auf besagte technische Verfahren. Doch deren Entwicklung bis zur Marktreife dauert länger als geplant.