Die Auslieferung der Airbus-Militärtransporters A400M Atlas an die Bundeswehr soll sechs Jahre länger dauern als bislang geplant. Eine Anfang Februar mit Airbus geschlossene Absichtserklärung sieht vor, die Lieferung der noch ausstehenden A400M über einen längeren Zeitraum zu strecken. Das letzte der 53 Flugzeuge würde damit erst 2026 übergeben, berichtet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich auf Kreise des Verteidigungsministeriums. Bislang war 2020 vorgesehen. Zuvor hatte der Spiegel über die Verzögerung berichtet.

Die Bundeswehr hat bisher 16 der 53 bestellten Militärtransporter erhalten. Neben Deutschland haben auch Spanien, Malaysia, Großbritannien, Frankreich und die Türkei Militärtransporter vom Typ A400M bestellt.

Der Absichtserklärung zum Strecken des Restauftrages soll noch eine rechtsverbindliche Vereinbarung des Konzerns mit den sieben Partnerländern folgen, darunter die Nato-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Sie soll "das wirtschaftliche Risiko für Airbus begrenzen", wie der Konzern mitteilte. Zu Details des neuen Zeitplans wollte sich ein Sprecher des Konzerns zunächst nicht äußern. Laut einem Sprecher wurde Stillschweigen vereinbart.

Offenbar Sicherheitswarnung wegen neuer Defekte

Das A400M-Programm leidet seit Jahren unter Problemen und Verzögerungen. Nun soll Airbus wegen neuer Defekte an der Aufhängung der Triebwerke eine Sicherheitswarnung an die Käufernationen versendet haben, heißt es in dem Spiegel-Bericht. Demnach sind in den Flügeln bereits ausgelieferter Transportflieger neben Korrosion nun auch Risse festgestellt worden.

Erst vor Kurzem hatte Airbus mit den Käuferstaaten vereinbart, die Produktion des Flugzeugs deutlich zu bremsen. Dem Spiegel zufolge versucht das Unternehmen so, Zeit zu gewinnen, um die technischen Probleme zu lösen und die Veränderungen bei der Herstellung der neuen Maschinen direkt anzuwenden.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte zuletzt die militärische Einsatzfähigkeit des A400M infrage gestellt. Damals lag ein Rüstungsbericht vor, der dem Selbstschutzssystem des Flugzeugs attestierte, nur eingeschränkt zu funktionieren. Dieses System lenkt anfliegende Raketen ab. Laut dem Rüstungsbericht könnte die Bundeswehr damit nach 2021, wenn die letzten alten Transall-Flugzeuge außer Dienst gestellt werden, ohne voll funktionstüchtige Militärtransporter dastehen.