Nach erneut starken Kursverlusten in den USA haben auch die Aktienmärkte in Asien deutlich nachgegeben. Der japanische Aktienindex Nikkei 225 lag zum Handelsschluss bei 21.382 Punkten, das sind 2,3 Prozent weniger als am Vortag. Auf Wochensicht summierte sich der Verlust damit auf 8,1 Prozent. Auch an den anderen asiatischen Handelsplätzen fielen die Kurse. In China brach der Shanghaier Composite Index um 4,0 Prozent auf 3.131 Zähler ein, in Hongkong sackte der Leitindex Hang Seng um 3,0 Prozent auf 29.526 Punkte ab.

Auslöser für die Verluste in Asien waren die Kursverluste in New York. Dort lag der Aktienindex Dow Jones am Ende des Handelstages mit 4,2 Prozent im Minus, er fiel um mehr als 1.000 Punkte und schloss erstmals seit November unter 24.000 Punkten. Keiner der 30 Indexwerte konnte sich im Plus halten. "Die Angst vor steigenden Zinsen hält die Börsen weiterhin im Würgegriff", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Die Furcht vor einer steigenden Inflation und einer deshalb strafferen Geldpolitik der US-Notenbank hatte schon zum Wochenbeginn zu einem Absturz an der Wall Street geführt: Am Montag war der US-Leitindex um 4,6 Prozent eingebrochen, zeitweise sogar um sechs Prozent oder fast 1.600 Punkte. Nun hat der Dow Jones Industrial insgesamt schon rund zehn Prozent eingebüßt seit seinem letzten Rekordhoch Ende Januar. Der breit gefasste S&P 500 sank um 3,8 Prozent, der technologielastige Nasdaq-100 büßte 4,2 Prozent ein. 

Steigende Zinsen begünstigen Anleihen im Vergleich zu Aktien. Das macht sich am Anleihemarkt bemerkbar: Die Renditen der richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen stiegen weiter auf 2,85 Prozent.

"Die Korrekturphase bei Aktien könnte den ganzen Februar und möglicherweise bis in den März anhalten", sagte Aktienstratege Masahiro Ichikawa von Sumitomo Mitsui Asset Management in Tokio. Ein Großteil der Finanzmärkte wird inzwischen durch Computerprogramme gesteuert. Werden bestimmte Kursmarken nach unten durchbrochen, werden automatisch und sehr schnell weitere Papiere verkauft, was den Kurssturz verstärkt.

An der Frankfurter Börse wird allerdings erwartet, dass sich der Dax trotz der schlechten Vorgaben aus Asien und den USA am Freitag stabilisiert. Er war schon am Donnerstag um 2,6 Prozent auf 12.260,29 Punkte zurückgegangen. Zugleich stieg der auch als Angstbarometer bekannte Volatilitätsindex VDax um 28 Prozent.

Börse - Gründe für den Kurseinbruch Die Aktienmärkte verzeichnen weltweit starke Verluste. Gründe dafür sind unter anderem die gute Lage der US-Wirtschaft und der von Algorithmen gesteuerte Aktienhandel. © Foto: Spencer Platt/Getty Images