Die Deutsche Bank hat das dritte Jahr in Folge einen Verlust eingefahren. Der Fehlbetrag summierte sich auf eine knappe halbe Milliarde Euro. Er lag damit niedriger als 2016 und war deutlich geringer als die 6,8 Milliarden Euro Verlust im Jahr 2015. Analysten hatten damit gerechnet, dass die Deutsche Bank in ihrer Jahresbilanz in etwa solche Zahlen ausweist.

Zurückzuführen ist der Verlust in diesem Jahr auf die Steuerreform in den USA. "Nur durch die Belastungen der US-Steuerreform zum Jahresende haben wir nach Steuern einen Verlust verbuchen müssen", teilte Bankchef John Cryan mit. Die Bank sei aber auf einem guten Weg zu nachhaltigem Wachstum und einer höheren Rendite. Cryan, der vor drei Jahren die Leitung des Instituts übernahm und es seitdem saniert, gab sich verhalten optimistisch, auch weil vor Steuern ein Gewinn von 1,3 Milliarden Euro zu Buche stand.

Einmalig hohe Abschreibungen fällig

Unter der größten Steuerreform in den USA seit drei Jahrzehnten leiden alle dort aktiven Banken – auch die heimischen Institute – weil einmalig hohe Abschreibungen fällig werden. Langfristig werden die Banken aber profitieren. In den vergangenen Wochen hatten unter anderem J.P. Morgan, Morgan Stanley, die Citigroup und Goldman Sachs wegen dieses Effekts teils Milliarden verloren, allerdings blieb ihnen insgesamt immer noch ein satter Gewinn. Bei der größten US-Bank J.P. Morgan beispielsweise änderte der Steuereffekt in Höhe von fast zweieinhalb Milliarden Dollar kaum etwas am Gesamtergebnis von 24,4 Milliarden Dollar.

Der Zusammenschluss mit der Postbank und der Teilbörsengang der Vermögensverwaltung DWS kämen gut voran. "Wir haben also Fortschritte gemacht, sind aber mit unseren Ergebnissen noch nicht zufrieden." Cryan hatte bereits Anfang des Jahres eine Gewinnwarnung veröffentlicht, insofern trifft der jetzt bezifferte Verlust die Finanzmärkte nicht unvorbereitet.

In den Vorjahren hatten vor allem teure Rechtsstreitigkeiten das Geldinstitut belastet. Erschwerend zur US-Steuerreform kamen nun ein schwaches Kapitalmarktgeschäft sowie Kosten für den laufenden Umbau hinzu. Im Schlussquartal allein fiel ein Verlust von 2,2 Milliarden Euro an.