Die Gewerkschaft Ver.di hat zu Warnstreiks bei der Deutschen Post aufgerufen. Damit will sie ihre Verhandlungsposition im Tarifkonflikt stärken. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bayern und im Saarland sollen rund 1.500 Zusteller und Zustellerinnen die Arbeit niederlegen.

Nach Informationen eines Ver.di-Sprechers beteiligten sich allein in Bayern rund 500 Angestellte an dem Ausstand, in Nordrhein-Westfalen rechne man mit mehreren Hundert Beschäftigten bei Kundgebungen in Köln und Dortmund. Verdi-Landesfachbereichsleiterin Birgit Sperner zeigte sich überzeugt, dass die Beschäftigten eine deutliche Tariferhöhung verdient hätten – "die Post bietet bisher nichts", sagte Sperner. Auch Uwe Speckenwirth, Landesfachbereichsleiter Postdienste der Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen, schloss sich dieser Kritik an und begründete die Entscheidung zum Streik: "Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist am Ende." Für Freitag kündigte Ver.di weitere Aktionen an.

Ver.di fordert sechs Prozent mehr Lohn für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten der Post. Zudem sollen Angestellte künftig die Möglichkeit bekommen, einen Teil der Entgelterhöhung in freie Zeit umwandeln zu können. Der neue Tarifvertrag soll ein Jahr lang gelten.

Am 26. und 27. Februar treffen sich Vertreter von Gewerkschaft und Konzern zu neuen Gesprächen. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen war in der vergangenen Woche ohne Einigung beendet worden. Frank Appel, der Vorstandsvorsitzende der Post, hatte in der Vergangenheit vor überzogenen Forderungen gewarnt: Für "signifikante Steigerungen der Löhne" habe das Unternehmen keinen finanziellen Spielraum.