Geht es nach dem Willen der Gewerkschaften, sollen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sechs Prozent mehr Gehalt bekommen. Es soll mindestens 200 Euro mehr geben, sagte ver.di-Chef Frank Bsirske. Auf diese Tarifforderung einigten sich ver.di, der dbb-Beamtenbund, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die Forderungen gelten für 2,1 Millionen Angestellte der Kommunen und 150.000 Beschäftigte des Bundes.

Zu den weiteren Forderungen gehört eine Angleichung von Sonderzahlungen wie das Urlaubsgeld im Tarifgebiet Ost an das Westniveau. Insgesamt liege das Volumen der Gesamtforderung bei sieben Prozent, sagte Bsirske.

Die Angestellten des Bundes und der Kommunen wollten an der "Festtagsstimmung in der Wirtschaft teilhaben, nicht nur die Aktionäre", sagte Bsirske weiter. Der Bund habe bei Steuereinnahmen 3,1 Milliarden Euro, die Gemeinden hätten 9,9 Milliarden Euro Überschuss erzielt, "Tendenz steigend".

Durch das günstige wirtschaftliche Umfeld wachse das Bruttoinlandsprodukt im neunten Jahr in Folge, das ermögliche 2018 kräftige Lohnzuwächse, argumentierte der ver.di-Vorsitzende. In diesem Jahr würden 400.000, im nächsten Jahr 300.000 neue Jobs in Deutschland erwartet. Der Arbeitsmarkt drehe sich von einem Angebots- zu einem Nachfragemarkt, sagte Bsirske, dem müsse auch die Lohnentwicklung Rechnung tragen. Hinzu komme eine auf 1,8 Prozent anziehende Preissteigerungsrate. "Die Wirtschaft brummt, die Steuereinnahmen sprudeln", fasste Bsirske die Forderung zusammen.

Die Tarifrunde beginnt demnach am 26. Februar in Potsdam, die Verhandlungsrunden sollen Mitte März und Mitte April stattfinden. Gesprächspartner der Gewerkschaften sind die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und der scheidende Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).    

De Maizière: Tarifforderung "nicht erfüllbar"

Das Ergebnis soll nach dem Willen der Gewerkschaften auch auf die Beamtinnen und Beamten des Bundes übertragen werden. Als Laufzeit für den neuen Tarifvertrag streben sie laut Bsirske zwölf Monate an. Bereits 2016 hatten die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Lohn gefordert und eine Steigerung in zwei Stufen um 2,4 Prozent zum März 2016 und um 2,35 Prozent zum Februar 2017 ausgehandelt.

De Maizière wies die Gewerkschaftsforderung als deutlich zu hoch zurück. Die Mitarbeiter leisteten wertvolle Arbeit für das Land und sollten weiter an der guten wirtschaftlichen Entwicklung teilnehmen, sagte de Maizière. "Die Forderung von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat, ist dennoch deutlich zu hoch und nicht erfüllbar."