Aus Sicht der US-Regierung bietet eine Reihe chinesischer Firmen Aluminiumfolie in den USA zu günstig an. Daher wollen die USA Strafzölle auf die Folie verhängen. Das teilte das US-Handelsministerium am Dienstag mit. China gewähre seinen Produzenten außerdem unlautere Beihilfen. "Amerikanische Arbeiter und Unternehmen dürfen nicht durch unfaire Importe beeinträchtigt werden", sagte US-Handelsminister Wilbur Ross.

Das chinesische Handelsministerium teilte mit, sehr unzufrieden mit den Beschlüssen zu sein. Es gebe keine Belege, die die Maßnahmen rechtfertigen würden. Das Ministerium kündigte an, China werde seine Rechte verteidigen.

Die US-Aluminium-Vereinigung hatte auf die Entscheidung gedrängt. Ihrer Ansicht nach gefährden die chinesischen Billigimporte Tausende Arbeitsplätze in den USA. Der Wert der in die USA importierten Alufolie lag nach Angaben des Handelsministeriums 2016 bei 389 Millionen Dollar.

WTO warnt vor Handelskrieg

US-Präsident Donald Trump will außerdem Strafzölle auf Stahleinfuhren einführen. Er wolle so die Stahlindustrie zurück in die USA holen, sagte Trump. Wenn dafür Zölle notwendig seien, werde es Zölle geben. Sollte diese protektionistische Maßnahme eingeführt werden, wären auch europäische Unternehmen davon betroffen. Die EU-Handelsminister hatten angekündigt, Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) einzureichen, sollten Zölle verhängt werden. Die Maßnahmen seien nicht mit den WTO-Regeln vereinbar.

Bereits im Januar hatte die US-Regierung hohe Schutzzölle gegen angeblich zu billig angebotene Waschmaschinen und Solarmodule aus dem Ausland verhängt. Die Produkte stammten vor allem aus China und Südkorea. Südkorea hatte daraufhin eine umfassende Beschwerde bei der WTO eingelegt.

China, die EU und Südkorea haben bereits bei der WTO Konsultationen mit den USA beantragt. Sie verlangen Kompensationen für die Handelsausfälle. Falls es die nicht geben sollte, könnte es sein, dass sie ihrerseits mit Schutzzöllen reagieren.

Der WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo hatte bereits vor einem Handelskrieg gewarnt. "Es genügt schon, dass ein WTO-Mitglied Maßnahmen ergreift, die ein anderes Mitglied als ungerechtfertigt erachtet und auf die es reagiert. Sobald es reagiert, fängt die Eskalation an", sagte Azevêdo.