Die Bundesregierung hat alarmiert auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump reagiert, Importzölle für Autos aus der EU einzuführen. Importzölle und Protektionismus seien "ein Irrweg", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Bundesregierung wolle keine Zuspitzung im Streit mit den USA um Importzölle, "und schon gar nicht wollen wir so etwas wie einen Handelskrieg".

Die Regierung werde sich mit ihren Partnern beraten, mit der EU-Kommission und mit Frankreich, und sich genau anschauen, ob und wie die Ankündigungen Trumps in tatsächliche Handelspolitik umgesetzt werden, sagte Seibert weiter. Die EU-Mitgliedsstaaten hätten bei der Handelspolitik die Kompetenz in die Hände der EU-Kommission gelegt, deswegen sei die europäische Abstimmung jetzt "das Allerwichtigste".

Ein gemeinsamer Abbau von Handelshemmnissen sei der "richtige Weg", sagte Seibert. Die Bundesregierung setze sich auch weiter für freie Märkte ein. Ein Handelskrieg "ist nicht im deutschen, ist nicht im europäischen, ist auch nicht im amerikanischen Interesse", sagte er. "Das ist etwas, was Arbeitnehmer, Unternehmen, Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks empfindlich treffen würde."

Keine Ausnahmen

Trump hatte am Donnerstag hohe Importzölle auf Stahl und Aluminium angekündigt. Die EU drohte daraufhin mit Gegenmaßnahmen, worauf Trump noch nachlegte und mit Importzöllen auf Autos aus der EU drohte. Davon wären insbesondere die deutschen Autohersteller betroffen. US-Regierungsmitglieder sagten am Sonntag, es werde keine Ausnahmen geben.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnte ebenfalls vor einem Handelskrieg. "Wir beobachten die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge", sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes am Montag. Importzölle könnten keine Lösung sein, in einem Handelskrieg gebe es "nur Verlierer – auf allen Seiten".

Mattes verwies darauf, dass die deutschen Autobauer in den USA auch einen "erheblichen Beitrag" zur automobilen Handelsbilanz des Landes leisteten, da sie ja auch in den USA produzierten: Ihr Anteil am US-Export von Autos sei damit mit rund einem Viertel dreimal so hoch wie der US-Marktanteil der deutschen Autobauer. Die Produktion in den USA werde seit Jahren "strategisch" ausgebaut, gleichzeitig sinke der Import von Autos aus Deutschland.

Laut VDA exportierten die deutschen Autobauer 2017 rund 494.000 Autos in die USA. Die Produktion an US-Standorten belief sich demnach auf 804.000 Fahrzeuge. Für beide Seiten bringe der derzeitige Handel Vorteile, erklärte der VDA. Diese dürften "nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden".